Kreisgruppe Hildesheim

Stadtnatur

Das scheint ein Gegensatz zu sein: Dichte Bebauung, versiegelte Flächen, Straßenverkehr und Lärm – wo bleibt da noch Platz für die Natur? Und dennoch beherbergen Städte einen unerwartet großen Reichtum an Tieren und Pflanzen. Selbst in dicht bebauten Innenstädten leben zahlreiche „angepasste“ Arten wie Fledermäuse, Schwalben, Mauersegler und Falken. Sogar Wanderfalke und Uhu haben Brutquartiere in Hildesheimer Kirchtürmen bezogen. Vor allem die kleinen und großen Grüninseln, Gärten und Parkanlagen bieten vielen Arten Lebensraum. Und was die Pflanzenwelt betrifft: Die botanischen Kartierungen zur „Flora von Hildesheim“ (Müller 2001) und nachfolgende Erfassungen ergaben 1.053 Arten. Die höchste Artenzahl lag in einem zentralen Quadratfeld mit Bebauung, Gärten, Park, Friedhof und Bahngelände.

Pflege der städtischen Grünflächen - das neue Konzept

27.7.2021

Frau Biel, Herr Falke und Vertreter Hildesheimer Naturschutzverbände Frau Biel, Herr Falke und Vertreter Hildesheimer Naturschutzverbände  (M. Köhler)

Das neue Konzept für die Pflege der städtischen Grünflächen sollte am 30. Juni im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt werden. Leider kam es wegen technischer Probleme nicht dazu.

Bei einem Ortstermin gab Frau Biel - die Leiterin der städtischen Grünflächenpflege - zusammen mit ihrem Mitarbeiter Herrn Falke Vertretern der Hildesheimer Naturschutzverbände - dem Ornithologischen Verein (OVH) und BUND - nun aber einen kurzen Einblick.

Viele Rasenflächen werden bereits seit dem letzten Jahr extensiver und insektenfreundlicher gepflegt.Es zeigen sich nun bunte Blüten zum Beispiel von Flockenblume, Schafgarbe und Hornklee. Damit alles gepflegt aussieht, wird ein breiter Streifen entlang der Wege nach wie vor regelmäßig gemäht. Wiesen können nur dort entstehen, wo genügend Platz ist und der Rasen nicht intensiv genutzt wird. Spätestens im Winter wird dann die gesamte Fläche gemäht.

Auch die Heckenpflege soll in Zukunft regelmäßiger und systematischer erfolgen. Um zu harte Rückschnitte zu vermeiden, sollen die Hecken zukünftig alle sechs Jahre „auf den Stock gesetzt“ werden, um sie zu verjüngen. So bleiben sie bis zum Boden dicht geschlossen und bieten brütenden Vögeln den benötigten Schutz für ihre Nester. Der Rückschnitt soll abschnittsweise erfolgen, damit nicht der Eindruck eines „Kahlschlags“ entsteht. In einer Übergangszeit muss sich der neue Pflegerhythmus allerdings noch einspielen.


Der BUND räumt Feuerwerksreste und appelliert: Keine Böller im Grünen

Aufgelesener Silvestermüll Aufgelesener Silvestermüll  (R. Beckerschmidt)

Unter dem Motto „Work after Party“ räumten Aktive des BUND Hildesheim am 1. Januar 2020 die Hinterlassenschaften der Silvesternacht auf. Rund um den Hohnsensee, im Ernst-Ehrlicher-Park, am Kehrwiederturm und am Galgenberg sammelten sie die zurückgelassenen Feuerwerksbatterien, Böller, Raketen, Sektflaschen, Wunderkerzen und Verpackungen ein und füllten damit recht schnell viele blaue Müllsäcke.

Zahlreiche Feiernde zieht es in der Silvesternacht hinaus zu den beliebten Aussichtspunkten am Kehrwiederwall, am Denkmal oberhalb der „Acht“ am Galgenberg, am Berghölzchen und am Panoramaweg, um das Feuerwerk über der Stadt zu genießen und auch von dort aus das neue Jahr mit Böllern und Raketen zu begrüßen. „Wir haben gezielt an solchen Plätzen im Grünen gesammelt wo der Kehrdienst nicht hinkommt, um zu verhindern, dass Schadstoffe aus den Feuerwerkskörpern in Boden und Wasser gelangen und der Müll liegenbleibt.“ erläutert Matthias Köhler. „Diese Aktion ist auch als Aufruf, künftig die Reste wieder mitzunehmen und am besten auf das Böllern im Grünen ganz zu verzichten, gedacht.“ ergänzt Marie Hilgenfeld. In Anbetracht der Folgen des Silvesterfeuerwerks wie schlechte Luft, Müllberge an den Straßen, verängstigte Tiere und auch Menschen, fordert der BUND über Alternativen zur privaten Böllerei nachzudenken und eine angemessenere Form für den Start ins neue Jahr zu finden.

Auf kommunaler Ebene sollte Feuerwerk nur in noch festzulegenden Gebieten erfolgen, in denen Brandschutz, Immissionsschutz und Naturschutz gewahrt sind. Statt Feuerwerk an jeder Straßenecke kann es Licht-Shows an zentralen Plätzen geben.


Haubenlerche

Haubenlerche Haubenlerche  (R. Beckerschmidt)

Vor drei Wochen haben zwei aus unserer Gruppe mal wieder eine Haubenlerche auf dem Gelände vor Realkauf gesichtet. Wir waren gerade auf dem Weg zur Pflanzaktion in Gronau und haben noch kurz etwas beim Baumarkt holen müssen.

Dieses Gelände ist eines der wenigen, auf welchem die Haubenlerche in Hildesheim noch vorkommt.

Deswegen soll hier nochmal auf die Aktion der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Hildesheim hingewiesen werden. Auf ihrer Internetseite kann man ein Faltblatt downloaden auf welchem verschiedene Schutzmaßnahmen für den inzwischen sehr selten gewordenen Vogel genannt werden.