Kreisgruppe Hildesheim

Stadtnatur

Das scheint ein Gegensatz zu sein: Dichte Bebauung, versiegelte Flächen, Straßenverkehr und Lärm – wo bleibt da noch Platz für die Natur? Und dennoch beherbergen Städte einen unerwartet großen Reichtum an Tieren und Pflanzen. Selbst in dicht bebauten Innenstädten leben zahlreiche „angepasste“ Arten wie Fledermäuse, Schwalben, Mauersegler und Falken. Sogar Wanderfalke und Uhu haben Brutquartiere in Hildesheimer Kirchtürmen bezogen. Vor allem die kleinen und großen Grüninseln, Gärten und Parkanlagen bieten vielen Arten Lebensraum. Und was die Pflanzenwelt betrifft: Die botanischen Kartierungen zur „Flora von Hildesheim“ (Müller 2001) und nachfolgende Erfassungen ergaben 1.053 Arten. Die höchste Artenzahl lag in einem zentralen Quadratfeld mit Bebauung, Gärten, Park, Friedhof und Bahngelände.

Wanderbaumallee in der Bergstraße war nachweislich ein Erfolg

Wanderbaumallee Wanderbaumallee  (M. Köhler)

Im September verwandelte sich die Moritzberger Bergstraße in eine „Allee“ aus Wanderbäumen. Eine Initiative überwiegend aus Anwohnern der Straße hatte dort nach dem Vorbild der Wanderbaumalleen in Städten wie München, Stuttgart und Hannover Pflanz- und Sitzelemente aufgestellt, um die Straße als Lebensraum aufzuwerten. Wir unterstützten diese Aktion und waren zur Eröffnung der Wanderbaumallee mit einem Infostand auf dem Bergfest am 3. September präsent.

Dass es den Moritzberger tatsächlich gelungen ist, ihre Straße als Lebensraum zurückzugewinnen, indem sie Parkplätze durch Bäume und Blumen ersetzten, konnten sie nun selbst durch eine Umfrage eindrucksvoll belegen. 83 % der Teilnehmer stimmten darin der Aussage zu: „Alles in allem war für mich die Lebens- und Aufenthaltsqualität in der Zeit der Wanderbaumallee in der unteren Bergstraße verbessert.“ Weitere bemerkenswerte Ergebnisse der Befragung sind in der ausführlichen Presseinformation der Moritzberger Initiative zu entnehmen. Weiterhin kann hier auch der vollständige Bericht über sämtliche Ergebnisse der Umfrage eingesehen und heruntergeladen werden.

Wir freuen uns mit den Moritzberger über den nicht nur gefühlten, sondern nun auch nachgewiesenen Erfolg ihrer Aktion, der nicht zuletzt auch darin zum Ausdruck kommt, dass 89 % der Befragten eine Wiederholung der Aktion befürworten.


Mitwirkung der BUND Kreisgruppe am ISEK Prozess der Stadt Hildesheim

15.9.2022

Die Stadt Hildesheim arbeitet seit Oktober 2021 an einem Integrierten Städtischen EntwicklungsKonzept (ISEK) unter dem Motto "Meine Innenstadt". Am 15.09.22 fand eine Zukunftswerkstatt mit Beteilung zahlreicher Hildesheimer Bürger statt. Es bestand im Vorfeld für jeden Bürger die Möglichkeit, sich für diesen Workshop anzumelden und die bereits bestehenden Projekte zu sichten, zu bewerten und eigene Projektideen beizutragen. Von unserer Kreisgruppe waren zwei Vertreter beteiligt.

Während der zweistündigen Veranstaltung konnten insgesamt vier Gruppen zu je ca. 6 Personen die vorgeschlagenen Projekte diskutieren und dann in eine Reihenfolge gemäß ihrer Wichtigkeit bringen. Dabei ist zu unterscheiden zwischen konkreten Projekten [KP] (z.B. Aufwertung Andreasplatz) und übergeordneten Themen [ÜT] (z.B. Öffentlichkeitsarbeit). Für uns als BUND Aktive waren folgende Themen von speziellem Interesse, wobei die hier vorgestellte Liste keine Prioritäten vorgibt:

  • Dachgestaltung am Beispiel der Arnekengalerie [KP]
  • Massnahmen für mehr Wasser in der Innenstadt [KP]
  • Mehr Grün und Wasser (ÜT)
  • Klimaquartier "Bahnhof West" [KP]
  • Umgestaltung und Aufwertung der "Spangen" [KP]
  • Aufwertung Park "Marienfriedhof" [KP]
  • Umgestaltung "Achse Osterstr./Scheelenstraße" [KP]
  • Pflanz- und Begrünungselemente  [KP]
  • Nachverdichtung [ÜT]
  • Klimafreundliches Mobilitätskonzept Innenstadt [ÜT]
  • Klimaanpassungskonzept Innenstadt [ÜT]
  • Integriertes Management "Stadtumbau und Klimaanpassung" [ÜT]

In unseren Arbeitsgruppen war es gar nicht so schwer, die uns wichtigen Themen Klimaschutz, Klimaanpassung, Stadtgrün aber auch Belebung und Teilhabe weiter nach oben zu schieben. Man erkennt unschwer die Fülle an Punkten, die Berührungspunkte mit unserer Arbeit bieten und wir würden uns sehr über interessierte BUNDler freuen, die an oben genannten Punkten mitarbeiten möchten!

Die Planungsgruppe und auch die anwesenden städtischen Planer mit der Stadtbaurätin an der Spitze versicherten, dass die im Workshop erarbeitete Priorisierung bei den weiteren Arbeiten berücksichtigt werden. Letztendlich wird der Stadtrat dann die wichtigsten Projekte zur Abstimmung und somit zur Ausführung bringen.

Unser Fazit
Insgesamt liegt Hildesheim mit den oben genannten Punkten zumindest was die Richtung betrifft auf einem guten Weg. Es ist unbestritten, dass ein nachhaltiges und klimafreundliches Mobilitätskonzept eine der zentralen Voraussetzung für eine lebenswerte Innenstadt darstellt. Des Weiteren müssen die Risiken des Klimawandels bereits bei der Planung und Ausführung städtischer Projekte berücksichtigt werden. und nicht zuletzt muss in der täglichen Arbeit der Nachhaltigkeitsgedanke und die Energieeffizizienz stärker im Fokus stehen als bisher. Genau diese Aspekte motivieren uns dazu, bei ISEK im Rahmen unserer Möglichkeiten mitzuwirken.

Links mit weiteren Informationen, u.a. einem Zeitplan und den Ergebnissen der Anfang des Jahres durchgeführten Umfrage, an der sich etwas mehr als 1000 Bürger beteiligten, sind unter folgendem Link zu finden.


Verkauf des Grundstücks am PvH – Update

Park am PvH Park am PvH  (M. Köhler (Bearbeitung M. Reich))

Im März diesen Jahres hatte der BUND Hildesheim ein Schreiben an die Mitglieder des Rats der Stadt Hildesheim verschickt, worin wir sie aufforderten, dem Verkauf des Grundstücks am PvH nicht zuzustimmen und eine weitere inhaltliche Debatte zu führen.

Dem zum Trotz hat der Rat dem Verkauf des Grundstückes grundsätzlich zugestimmt. Nun rückt der Zeitpunkt näher, wo Nägel mit Köpfen gemacht und der Verkauf und die Bebauung über den Bauträger Hanseatic unter Dach und Fach gebracht werden soll. Das alles ist für die Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 14.09.2022 um 17:30 im Rathaus geplant.

Der BUND Hildesheim möchte dies nicht einfach hinnehmen und kooperiert dazu mit der Initiative „Buche bleibt“ und Extinction Rebellion, die im Vorfeld am 03.09.2022 um 11:30 zu einer Kundgebung mit Swarming am PvH einladen.

Lasst uns gemeinsam dabei sein, die öffentliche Wahrnehmung auf den notwendigen Beitrag Hildesheims zur Bewältigung der allgemeinen Klimakrise zu lenken!

Als nächster wichtiger Termin steht am 14.09.2022 um 16:00 eine Kundgebung auf dem Marktplatz an, wo der Stadtentwicklungsausschuss über das weitere Vorgehen entscheiden soll.

Unser Ziel ist es zu erreichen, dass die Entscheidung auf einen späteren Zeitpunkt verlegt wird und diese nicht zu fällen, bevor ein schlüssiges und nachhaltiges Grünflächenkonzept für Hildesheim zumindest vorliegt.

Willst du deine Stimme abgeben für eine Petition zur Initiative „Buche bleibt“ und der Bewahrung der
Grünfläche am PvH? Auf "Open Petition" kannst du dies unter diesem Link tun.

P.S. Abends fliegen hier sogar Fledermäuse. Hier hört man den Ortungsruf der Fledermäuse auf Insektenjagd unter der Buche. Aufgenommen und wiedergegeben mit dem Bat-Detektor am Montagabend, 29.8.2022 von M. Köhler.


Stadt Hildesheim wirtschaftet pestizidfrei

02.09.2022

Die Stadt Hildesheim wurde nun Dank ihrer bereits in den Jahren 2018 und 2019 getroffenen Beschlüsse in die BUND Liste Pestizidfreier Kommunen aufgenommen.

Die Beschlüsse der Stadt untersagen die Nutzung von Pestiziden auf stadteigenen Grundstücken (Grünanlagen, Straßenränder, etc.) und insbesondere bei der Grünflächenpflege. Zwischenzeitlich war ihr Einsatz nur auf Sonderflächen ausnahmsweise erlaubt.
Mittlerweile kommen Pestizide gar nicht mehr zum Einsatz und die Arbeitsabläufe wurden auf eine Unkrautbeseitigung durch Infrarot umgestellt. Darüber hinaus sollte sowohl bei Neuvermietungen und -verpachtungen als auch bei der Verlängerung auslaufender Miet- bzw. Pachtverträge der Glyphosatverzicht vertraglich abgesichert sein.

Mit dieser sehr erfreulichen Entwicklung befindet sich die Stadt auf dem richtigen Weg, der sich aber speziell in Richtung Insektenschutz noch weiter ausbauen läßt. Vorschläge, wie das gehen kann, bietet der BUND unter diesem Link an.


BUND auf dem Bergfest

Wanderbaumallee auf dem Moritzberg

BUND-Infostand beim Bergfest BUND-Infostand beim Bergfest  (M. Köhler)

Erstmalig war die BUND Kreisgruppe mit einem Infostand auf dem traditionsreichen Bergfest auf dem Moritzberg vertreten. Anlass war die Wanderbaumallee, die auf dem Bergfest eröffnet wurde und  nun für 4 Wochen die Bergstraße verschönert. Wanderbäume, die für eine begrenzte Zeit aufgestellt werden, um für mehr kühlendes Grün und eine höhere Aufenthaltsqualität zu sorgen, haben schon in vielen Städten den Straßenraum neu belebt.

Eine Gruppe Moritzberger*innen hat diese Idee aufgegriffen und in der Bergstraße Pflanzkübel mit Bäumen und Blumen, umgeben von Sitzgelegenheiten aufgestellt und so die erste Hildesheimer Wanderbaumallee geschaffen. Die BUND Kreisgruppe Hildesheim kooperiert mit den Moritzbergern vom Verein "Geschichte und Kultur vom Berge" bei dieser Aktion. Bei der Eröffnung der Allee haben wir für mehr und artenreicheres öffentliches und privates Grün geworben und an unserem Stand Tipps zum insektenfreundlichen Gärtnern gegeben. Denn Hildesheim braucht mehr Grün! In Zeiten des Klimawandels - mit steigenden Temperaturen besonders in der Innenstadt - werden eher Grünflächen als Parkplätze gebraucht. Die Wanderbaumallee zeigt, dass der Straßenraum zugunsten von mehr Grün, Radfahrern und Fußgängern umverteilt und als Lebensraum zurückgewonnen werden kann.

Wir hoffen mit den Moritzbergern, dass aus dem temporären, mobilen Grün eine dauerhafte Begrünung der Bergstraße wird. Dies könnte der Auftakt für weitere Wanderbaumalleen in anderen Hildesheimer Stadteilen sein. VCD, BUND und weitere im Netzwerk „Öko, fair und mehr“ zusammengeschlossene Organisationen haben sich vorgenommen, solche Projekte zu unterstützen.


Der BUND räumt Feuerwerksreste und appelliert: Keine Böller im Grünen

Aufgelesener Silvestermüll Aufgelesener Silvestermüll  (R. Beckerschmidt)

Unter dem Motto „Work after Party“ räumten Aktive des BUND Hildesheim am 1. Januar 2020 die Hinterlassenschaften der Silvesternacht auf. Rund um den Hohnsensee, im Ernst-Ehrlicher-Park, am Kehrwiederturm und am Galgenberg sammelten sie die zurückgelassenen Feuerwerksbatterien, Böller, Raketen, Sektflaschen, Wunderkerzen und Verpackungen ein und füllten damit recht schnell viele blaue Müllsäcke.

Zahlreiche Feiernde zieht es in der Silvesternacht hinaus zu den beliebten Aussichtspunkten am Kehrwiederwall, am Denkmal oberhalb der „Acht“ am Galgenberg, am Berghölzchen und am Panoramaweg, um das Feuerwerk über der Stadt zu genießen und auch von dort aus das neue Jahr mit Böllern und Raketen zu begrüßen. „Wir haben gezielt an solchen Plätzen im Grünen gesammelt wo der Kehrdienst nicht hinkommt, um zu verhindern, dass Schadstoffe aus den Feuerwerkskörpern in Boden und Wasser gelangen und der Müll liegenbleibt.“ erläutert Matthias Köhler. „Diese Aktion ist auch als Aufruf, künftig die Reste wieder mitzunehmen und am besten auf das Böllern im Grünen ganz zu verzichten, gedacht.“ ergänzt Marie Hilgenfeld. In Anbetracht der Folgen des Silvesterfeuerwerks wie schlechte Luft, Müllberge an den Straßen, verängstigte Tiere und auch Menschen, fordert der BUND über Alternativen zur privaten Böllerei nachzudenken und eine angemessenere Form für den Start ins neue Jahr zu finden.

Auf kommunaler Ebene sollte Feuerwerk nur in noch festzulegenden Gebieten erfolgen, in denen Brandschutz, Immissionsschutz und Naturschutz gewahrt sind. Statt Feuerwerk an jeder Straßenecke kann es Licht-Shows an zentralen Plätzen geben.


Haubenlerche

Haubenlerche Haubenlerche  (R. Beckerschmidt)

Vor drei Wochen haben zwei aus unserer Gruppe mal wieder eine Haubenlerche auf dem Gelände vor Realkauf gesichtet. Wir waren gerade auf dem Weg zur Pflanzaktion in Gronau und haben noch kurz etwas beim Baumarkt holen müssen.

Dieses Gelände ist eines der wenigen, auf welchem die Haubenlerche in Hildesheim noch vorkommt.

Deswegen soll hier nochmal auf die Aktion der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Hildesheim hingewiesen werden. Auf ihrer Internetseite kann man ein Faltblatt downloaden auf welchem verschiedene Schutzmaßnahmen für den inzwischen sehr selten gewordenen Vogel genannt werden.