Kreisgruppe Hildesheim

Citizen Science-Projekt „FLOW“ Gewässerbewertung am Auebach am Sonntag den 20.06.2021

Daten für die Wissenschaft gesammelt!

Auf der Suche nach wirbellosen tierischen Organismen Auf der Suche nach wirbellosen tierischen Organismen  (E. Gutting-Vos)

FLOW ist ein Projekt zum ökologischen Monitoring von kleinen Fließgewässern.

Ziel war es, am Beispiel des Auebachs in der Nähe von Mölme (Gemeinde Söhlde im Landkreis Hildesheim) gemeinsam mit interessierten Laien den ökologischen Zustand eines Gewässers zu untersuchen. Es ging um die Gewässerstrukturgüte, die Nährstoff- und Pestizidbelastung und das Vorkommen bestimmter empfindlicher Arten wie Köcherfliegenlarven, Schlammfliegenlarven usw.

Wie das zu messen und zu bewerten ist wurde an diesem Tag gezeigt und erprobt. Dazu kam das FLOW-Projektteam mit einem speziell eingerichteten Fahrzeug und der erforderlichen Ausrüstung an den Auebach.

Das Ergebnis für diesen Bördebach war leider nicht positiv. Das Gewässer hat sich tief in den Auelehm eingeschnitten, es wurden hohe Belastungen mit Stickstoff und Phosphor gemessen und das Spektrum an Kleinlebewesen war deutlich verarmt. Libellen- und Eintagsfliegenlarven gingen nicht in den Kescher, allerdings zahlreiche Flohkrebse und überraschend viele Schlammfliegenlarven. Die vielen kleinen Krabbeltiere aus dem Material vom Gewässergrund, das ebenfalls in den Kescher geraten war, herauszusuchen, sie zu gruppieren und mehr oder weniger genau zu bestimmen, erwies sich als echte Herausforderung und spannende Entdeckungsreise. Mit Unterstützung durch das Flow-Team und mit den hervorragend aufbereiteten Bestimmungshilfen konnte schließlich ein immerhin mäßiger Zustand der „Biologie“ - trotz unbefriedigendem chemischen Zustand - festgestellt werden.

FLOW ist ein Projekt des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ, Leipzig) und des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Sollte sich das Projekt anhand weiterer Erprobungsteams mit geschulten Laien als erfolgreich erweisen, wird es mittelfristig weiter ausgerollt. So könnten wesentlich mehr kleinere Fließgewässer nach standardisierten wissenschaftlichen Methoden untersucht, in Bezug auf ihren ökologischen Zustand eingeschätzt und hoffentlich auch verbessert werden.