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Kreisgruppe Hildesheim

Naturnahe Stadtgeschichte

"Auf alten Wegen" zu Natur- und Stadtgeschichte

Wallanlagen

Die Hildesheimer Wallanlagen wurden im über Jahrhunderte als mächtiger Verteidigungsring aus Wällen, Gräben, Mauern und Bastionen errichtet. Mitte des 18. Jahrhunderts erkannte man, dass die Stadtbefestigung militärisch zunehmend sinnlos und überdies hinderlich für die weitere Stadtentwicklung war. Mauern, Tore und ein Teil der Wälle wurden abgetragen, die Stadtgräben eingeebnet oder trocken gelegt. 

 

Stadtmauer

Dank der Weisheit der "Stadtväter" blieb aber ein großer Teil der Wallanlagen erhalten. Sie wurden Anfang des 19. Jahrhunderts zu „Bürgerpromenaden“ mit Baumalleen, Teichen und Grünflächen umgestaltet und umgeben das Stadtzentrum noch heute in einem Halbkreis von etwa drei Kilometern Länge. Sie verbinden die Weltkulturerbestätten Dom und St. Michael und haben sich als wahrer "Schatz" für die erholungssuchenden Bürger und die Stadtnatur erwiesen.

Auf dieser grünen Promenade bieten die Hildesheimer Naturschutzverbände regelmäßig eine Führung zu "Natur und Stadtgeschichte" an. Dieser Spaziergang führt vom Kehrwiederturm zum Magdalenengarten zurück in die Stadtgeschichte und in den Lebensraum einer erstaunlichen Fülle an Tier- und Pflanzenarten.

Mehr zu diesem Thema steht in dieser Broschüre.

Die „ornithologische Dreifaltigkeit“ an St. Michaelis, St. Andreas und am Mariendom

Turmfalke

Auch Greifvögel haben die Stadt als Lebensraum entdeckt. Schon länger hier zu Hause ist der Turmfalke, der an St. Michael in einer Mauernische nistet. Ein Paar des deutlich größeren und recht seltenen Wanderfalken hat vor einigen Jahren einen Nistkasten in St. Andreas, dem höchsten Kirchturm des Landes bezogen. Und neuerdings hat ein Uhupaar am Mariendom mit einer erfolgreichen Brut diese ornithologische Dreifaltigkeit an den Hauptkirchen der Stadt komplettiert. Die drei Junguhus teilten sich einen eigentlich für Turmfalken vorgesehenen Kasten, was zu ziemlichem Gedränge führte. Im Jahr 2015 wurde daher extra ein größerer Kasten für die Uhus bereitgestellt. Diese zogen aber erneut den kleineren Kasten aus dem letzten Jahr vor und brachten erneut drei Junguhus zum Schlupf.

Wanderfalke

Wanderfalke und Uhu erbeuten vor allem die städtischen Tauben und helfen so, deren Zahl zu dezimieren, während der Turmfalke ein Mäusejäger ist, der in der Stadt aber auch Singvögel schlägt. Diese Greifvögel sind Kulturfolger, sie profitieren davon wie der Mensch die Natur umgestaltet und folgen dabei ihrer Beute: Arten, die schon seit längerem die Vorteile des Stadtlebens „genießen“. So haben ehemalige Felsbewohner wie Haustaube, Hausrotschwanz und Mauersegler in den Häuserschluchten der Städte eine neue Heimat gefunden. Auch die Wanderratte ist eine typisch städtische Art.

Uhu

Noch vor 200 Jahren war die Amsel ein Waldbewohner bevor sie ihre Scheu ablegte und Parks und Gärten eroberte. Erst seit ca. 20 Jahren folgt ihr die Ringeltaube. Bekannte „Neustädter“ sind Wildschwein, Fuchs, Kaninchen und neuerdings Waschbär. Da sich die von den Menschen geschaffenen Bedingungen ständig wandeln, stehen frühere Profiteure inzwischen auf der Verliereseite. Der Bestand der Schwalben und Dohlen nimmt ab, weil sie kaum noch Nistmöglichkeiten finden. Ähnlich ergeht es Fledermäusen, Haussperling und Mauersegler, deren Quartiere in Dachstühlen und Mauernischen der energetischen Sanierung zum Opfer fallen. 

"Kostbarkeiten am Wegesrand"

Die Wilde Tulpe

Wilde Tulpe

Mitte bis Ende April blüht diese botanische Kostbarkeit mitten in Hildesheim. Während die Exemplare im Magdalenengarten jedes Jahr zur Blüte gelangen, reicht das Licht nur bei wenigen der unzähligen Tulpen entlang des Kehrwiederwalls für die Blüte aus. Die Wilde Tulpe gelang als Zierpflanze im 16. Jahrhundert aus dem Mittelmeerraum zu uns und wurde später irgendwann auch auf den Wällen angepflanzt. 

Das Zimbelkraut

Zimbelkraut

In den Fugen der Stadtmauer wächst das Zimbelkraut, eine „typische“ Mauerpflanze mit kleinen rundlichen Blättern und zarten rosa Blüten. Diese Pflanze sorgt erstaunlich aktiv für die Verbreitung ihrer Art: Sie „pflanzt“ ihre Samen mit Hilfe der sich verlängernden Fruchtstiele direkt in benachbarte Mauerfugen. 

Broschüre zur Natur und Stadtgeschichte

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