BUND Hildesheim Jahresrückblick 2025
mit Ausblick 2026
Liebe BUND Mitglieder
hinter uns liegt ein ereignisreiches BUND-Jahr mit zahlreichen Aktivitäten und Veranstaltungen. Wir blicken zurück auf
- den erfolgreichen ersten Balkonsolar-Workshop, dem wir im kommenden Jahr einen Weiteren folgen lassen werden.
- die Gründung der Naturgarten AG, die sehr aktiv arbeitet und für 2026 viel vor hat.
Bereits am 31.01 wird sich die AG auf der Saatgutbörse in der Kufa mit einem Stand präsentieren. - den unermüdlichen Einsatz der Mitglieder der AG Igelschutz. Sie zeichneten erste Gärten mit einer Plakette als besonders igelfreundlich aus, zudem sensibilisierten sie die Männer der Abteilung Grünflächenpflege der Stadt für den Igel und seine Lebensweise, damit er zukünftig bei Mäh- und Gehölzpflegearbeiten so gut wie möglich geschont wird.
- anstrengende Arbeitseinsätze auf der Streuobstwiese, der „Schwarzen Heide“ und bei Lamspringe, nach denen wir uns mit einem Picknick in geselliger Runde und der Gewissheit, wieder etwas Gutes für die Natur getan zu haben, belohnten.
- Das Streuobstwiesenfest im ersten richtig guten Apfelerntejahr auf der Streuobstwiese Gronau
- eine intensive, wenn auch vergebliche Suche nach dem Gartenschläfer im Raum Hohenbüchen, bei der immerhin zahlreiche Trittsiegel von Siebenschläfern in den ausgebrachten Spurentunneln gefunden wurden. Diese Erkenntnis
floss in das Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“ des BUND-Landesverbands ein. Die Schlafmaus mit der „Zorro“-Maske musste in der neuen „Roten Liste“ für Niedersachsen als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft werden und kommt hierzulande wohl nur noch im Harz vor. https://www.bund-niedersachsen.de/ueber-uns/bund-projekte/aktuelle-projekte/spurensuche-gartenschlaefer/eine weitere erfolgreiche Wanderbaum-Wandersaison. In den letzten drei Jahren verwandelte die Hildesheimer Wanderbaumallee an 19 Stationen im Stadtgebiet graue Straßen in grüne Oasen für die Nachbarschaft. Mit der Wanderbaumalle zeigen wir wie eine grünere, kühlere, verkehrsberuhigte Innenstadt aussehen könnte.
Gruppenfoto auf der Schwarzen Heide
(M. Köhler)
Mit unseren Stellungnahmen zu Planungs- und Genehmigungsverfahren wollen wir als anerkannter Naturschutzverband
- die wunderbare Landschaft bei Burgstemmen und Mahlerten vor Versiegelung und Zerschneidung durch die geplante B1-Ortsumgehung bewahren
- die Innerste vor einer erneuten Belastung durch die Einleitung von Salzwasser von der Kali-Althalde bei Giesen beschützen einen naturverträglichen Ausbau der Windenergie im Landkreis erreichen.
- verhindern, dass Felswände in einem Steinbruch bei Marienhagen mitsamt den von Fledermäusen genutzten Höhlen darin zugeschüttet werden.
Viele der Positionen aus unseren „Klimaschutz-Sofortprogramm“ finden sich im Klimaschutzkonzept für den Landkreis Hildesheim und seine Kommunen wieder, das in diesem Jahr beschlossen und groß gefeiert wurde. Jetzt muss es „nur“ noch umgesetzt werden. Wir werden Verwaltung und Politik weiter daran erinnern, dass dazu noch viele wichtige politische Beschlüsse zu fassen sind.
Das Alles war nur möglich mit Eurer Unterstützung. Danke, dass Ihr den Klima-, Umwelt- und Naturschutz vor unserer Haustür vorangebracht habt.
Ein besonderer Dank geht an Anton Schulte, der 9 Monate Bundesfreiwilligendienst bei unserer Kreisgruppe geleistet und sich bei der Suche nach dem Gartenschläfer und auch nach der Wildkatze außerordentlich engagiert eingebracht hat. Dank an Ulrike Schmidt für die Betreuung unserer Homepage, an die Aktiven in unseren AGs, an die vielen Unterstützer der Hildesheimer Wanderbaumallee und an meine Kolleg*innen im seit April 2025 neu zusammengesetzten Vorstand.
Ausblick 2026
Fleißige Amphibienretter bei der Arbeit
(C. Keil)
Im Jahr 2026 wollen wir nicht weniger aktiv sein, unsere Projekte fortsetzen und uns neuen Herausforderungen stellen.
In Kürze wird das Veranstaltungsprogramm für 2026 erscheinen.
Im April soll erneut geprüft werden, ob als „bienenfreundlich“ angepriesene Blühpflanzen mit Pestiziden belastet sind. Leider musste der BUND in den letzten Jahren einen „toxischen
Etikettenschwindel“ und alarmierende Pestizidfunde in diesen Blühpflanzen feststellen. https://www.bund-niedersachsen.de/service/presse/detail/news/bund-testaktion-zum-weltbienentag-alarmierende-pestizidfunde/
Wie in den letzten fünf Jahren wollen wir auch 2026 einen Bach im Landkreis gründlich unter die Lupe nehmen und prüfen, wie naturnah er ist. Das geschieht im Rahmen des bundesweiten „FLOW-Projekts“ zum Monitoring kleiner Fließgewässer. Wir sind immer wieder erstaunt über die Fülle an Leben am Bachgrund (trotz des insgesamt nicht guten Zustands). Dazu zählen auch Bewohner, die man eher im Meer als im Süßwasser verorten würde, nämlich Großmuscheln. Einen Vortrag zu diesen Tieren bieten wir am 10.2. um 19 Uhr im b-west an.
Auch 2026 werden wir die Amphibienrettungsaktion bei Röderhof fortsetzen und die Tiere sicher über die Straße zu ihren Laichplätzen bringen. Helfer*innen sind herzlich willkommen und zum Einführungstermin am Dienstag, dem 27.1. (19.00 Uhr, b-west) eingeladen.
Am Freitag dem 13.3. um 15.30 Uhr wird man sich heimische Molche im Amphibientop Ochtersum aus der Nähe anschauen können.
Wir werden 2026 außerdem über die Bedeutung des Bodens und des Bodenlebens informieren, Radtouren zu naturnahen Gärten unternehmen, Fledermäusen beim nächtlichen Beuteflug zusehen und zuhören und Vieles mehr.
Am 13.9.2026 entscheiden die Niedersachsen über die künftige Besetzung der kommunalen Parlamente. Die Parteien formulieren derzeit ihre Wahlprogramme. Der BUND wird seine Positionen im Klima-, Umwelt- und Naturschutz einbringen.
Bei alldem zählen wir auf Ihre Unterstützung. Der BUND ist ein „Mitmach-Verband“. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, bei uns dabei zu sein: Sie können:
- mithelfen, Kröten und Molche über die Straße zu tragen
- beim Umzug der Wanderbäume mitmachen,
- Ihren Garten igelfreundlich gestalten und naturnah pflegen,
- mit uns das Leben im Bach untersuchen,
- an der alljährlichen Müllsammelaktion teilnehmen,
- bei Arbeitseinsätzen mit anpacken,
- einen Infostand (mit)betreuen,
- unsere Forderungen zur Kommunalwahl mitformulieren,
- Wildkameras anbringen und die Fotos auswerten,
- unseren Auftritt bei Instagram gestalten,
- Flyer entwerfen,
Schauen Sie am besten bei einem unserer Monatstreffen vorbei. Wir treffen uns an jedem dritten Donnerstag im Monat um 19 Uhr im b-west (Alfelder-, Ecke Hachmeisterstraße)
Schwarze Heide: Arbeitseinsatz und großer Wandertag
Oktober 2025
Ehemalige niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil, Diekholzener Bürgermeister Matthias Bludau und BUND Vorsitzender Matthias Köhler auf der Schwarzen Heide
Seit mehr als zehn Jahren pflegen wir die Heidefläche im Naturschutzgebiet „Schwarze Heide“ bei Barienrode. Auch in diesem Herbst ging es wieder darum, die Heide vor dem Verbuschen zu bewahren. Aber es stand auch der große Diekholzener Wandertag mit vielen hundert Teilnehmern bevor. Weil unsere Heidefläche eines der Highlights des Diekholzener Wanderwegnetzes ist, sollte sie natürlich zu diesem Anlass auch ein gutes Bild abgeben.
Ausgerüstet mit schweren Hacken entfernten wir die Birken- und Pappelschösslinge wo immer möglich mitsamt der Wurzel. Mittags blickten wir zufrieden auf eine gepflegte Heidefläche und dem Besuch der zahlreichen Wanderer gelassen entgegen.
Der Schirmherr der Veranstaltung, der ehemalige niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil, konnte sich zusammen mit dem Diekholzener Bürgermeister Matthias Bludau, dem BUND Vorsitzenden Matthias Köhler und vielen weiteren Wanderfreunden am Anblick des teilweise immer noch blühenden Heidekrauts erfreuen.
Nistmöglichkeiten für Vögel und Quartiere für Fledermäuse im Ernst-Ehrlicher Park
August 2025
Anbringen eines Fledermausquartiers
(M. Köhler)
Der Ernst-Ehrlicher Park in Hildesheim wurde neu gestaltet. Wege wurde neu
angelegt und der Blick auf die Teiche freigemacht. Dabei sind auch Nistmöglichkeiten für Vögel und Quartiere von Fledermäusen verloren gegangen.
Nun haben sie neuen Wohnraum erhalten. In einer Gemeinschaftsaktion der Stadt Hildesheim, des Planungsbüros, des Ornithologischen Vereins und des BUND wurden verschiedene Nistkästen für Vögel und "Luxusquartiere" für Fledermäuse an den großen Bäumen im Park befestigt. Das übernahmen Mitarbeiter der Firma Kretschmer mit einem Hubsteiger. In einer Großraumhöhle finden 20 Fledermausmütter genug Platz, um ihre Jungen aufzuziehen. Alle Beteiligten hoffen nun, dass das neue Wohnangebot rege genutzt wird.
Rückblick auf vergangene Aktionen
Hier geht es zu einem Rückblick vergangener Aktionen unserer BUND Gruppe.