Termine
- 16.4.2026 Jahreshauptversammlung der KG Hildesheim
- 21.4.2026 Nachbesprechung Amphibienwanderung
Die Arbeitsgruppe "Igelschutz Hildesheim" sucht für einen Teil der Pflegeigel geeignete neue Lebensräume.
28.3.2026
Igel
(M. Rübesamen)
Nicht alle Igel können an ihrem Fundort wieder ausgesetzt werden – insbesondere nicht an stark befahrenen Straßen oder wenn am Fundort aktuell Bauarbeiten stattfinden. Und so gibt es einiges zu bedenken:
Auswilderung
Es gibt natürlich einige Wünsche an Auswilderungsplätze. Für Arbeitsgruppe "Igelschutz Hildesheim" gilt grundsätzlich, dass sie die Igel mit ihrem Schlafhäuschen in ihren Lebensraum entlassen. Dazu werden der Igel mit dem Schlafhäuschen, Futter usw. an den neuen ihm zugedachten Lebensraum gebracht. Das Schlafhäuschen wird nach einigen Tagen wieder abgeholt, wenn der Igel sich eine eigene Bleibe eingerichtet hat (Schlafnest). Zum Thema “Auswilderung” steht weitere Information auf der Homepage “Igelschutz Hildesheim” (www.igelhildesheim.de). Die wichtigsten Infos sind nachfolgend wiedergegeben:
- Wenn das Tier über den Winter – also während der nahrungsarmen Zeit – versorgt wird, weil es das nötige Gewicht für den Winterschlaf nicht hat, oder nicht gesund ist, oder bei Igelsäuglingen keine Freilanderfahrung hat, ist der Igel spätestens im April/Mai wieder in die Natur zu entlassen. Die Nächte sollten allerdings frostfrei sein und möglichst über 8° C und die Tagestemperatur anhaltend über 14 ° C liegen.
- Auch Igel, die im Frühjahr/Sommer krank, verletzt, unternährt gefunden und wieder gesund gepflegt wurden, können oft nicht wieder am Fundort ausgesetzt werden. Auch für diese Tiere sind geeignete Aussetzplätze notwendig. Der Aussetzzeitpunkt ist abhängig vom Gesundheitszustand des Tieres, kann also grundsätzlich in jedem Sommermonat bzw. im frühen Herbst sein.
- Eine gute Voraussetzung für eine erfolgreiche Auswilderung ist es – nach den Erfahrungen der Arbeitsgruppe "Igelschutz Hildesheim" – wenn ein Igel noch über einen längeren Zeitraum (mind. 14 Tage) in dem neuen Lebensraum (Garten o. ä.) betreut wird (zunächst möglichst in einem Auswilderungsgehege (wird gestellt)) und Futter und Wasser zur Verfügung steht. Im Übrigen gilt Wasser für alle Tiere ganzjährig zur Verfügung zu stellen.
Wie sieht ein geeigneter Igellebensraum aus:
Igel bevorzugen strukturreiche, mosaikartige Gebiete in Kulturlandschaften und Siedlungsbereichen. Wichtig sind ausreichend natürliche Nahrung, Wasser und Verstecke für Tag- und Nachtnester sowie Winternester und ausreichend Laub zum Auspolstern der Nester. Das heißt, Dörfer, Städte, Parkanlagen, die eine großzügige naturnah Ausstattung aufweisen, können als Igellebensräume genutzt werden. Stark befahrene Straßen sollten möglichst nicht in der Nähe sein, denn Igel sind sehr mobil und wandern auf Nahrungssuche durchaus einige Kilometer in der Nacht. Die Reviergröße ist abhängig von der Struktur des Gebietes und dem Nahrungsangebot und liegt zwischen 5 und 90 Hektar.
Igel sind Insektenfresser. Ihre wichtigsten Nahrungstiere sind Käfer und ihre Entwicklungsstadien, Raupen und Larven. Im Frühjahr und Herbst stehen auch Regenwürmer auf dem Speiseplan – allein schon deshalb, weil Käfer nur bedingt zur Verfügung stehen. Schnecken sind wegen des Schleims nicht beliebt und werden nur selten vertilgt.
Weiteres Vorgehen
Da die Arbeitsgruppe "Igelschutz Hildesheim" die Igel mit viel „Herzblut“ gepflegt haben, schauen sie bei den Aussetzplätzen ganz genau hin, ob sie „igeltauglich“ sind.
Jeder Interessent ist willkommen, der unserem bedrohten Wildtier eine neue Bleibe geben kann.
Bei Interesse bitte melden: kontakt(at)igelhildesheim.de
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Die Amphibienwanderung geht wieder los!
7.3.2026
Am Montag und Dienstag dieser Woche wurde der Schutzzaun am Röderhof aufgebaut. Das wurde auch dringend Zeit, denn mit dem frühlingshaften Wetter sind die Amphibien direkt losgezogen.
Unsere Sammler haben bislang 220 Erdkröten und 70 Molche über die Strasse zu den Laichgewässern gebracht.
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Großmuscheln - der verlorene Schatz unserer Gewässer
10.2.2026
In der linken Hand befindet sich die eingewanderte Chinesische Teichmuschel (erkennbar an den dicken Wirbelfalten) und rechts die schlankere, heimische Große Teichmuschel.
(M. Köhler)
In früheren Jahrhunderten besiedelten sie zu Tausenden den Boden unserer Bäche, Flüsse und Seen: Muscheln mit bis zu 10 cm langen Schalen, manche davon mehr als 100 Jahre alt. Heute weist oft nur noch der Fund einer Muschelschale am Flussufer, oder die Reste einer Muschelbank im Bodengrund eines Baches auf ihre frühere Existenz hin. Jonas Waletzky befasst sich ehrenamtlich wissenschaftlich mit dieser Artengruppe und hat die noch existierenden Vorkommen in unserer Region mit Unterstützung der Naturkunde-IG „NUGAA“ erforscht. In seinem Vortrag erläuterte er die Biologie der Muscheln sowie die Gründe für das Verschwinden des einstigen Reichtums in unseren Gewässern. Dies darf man wörtlich nehmen: Die Flussperlmuschel wurde einst wegen der Perlen, die sich in einigen wenigen Exemplaren finden ließen, zu zigtausenden aus den Bächen geholt und geöffnet. Die aus Süßwasserperlen hergestellten üppigen Ketten und anderen Schmuckstücke kann man heute noch bewundern, die Muschel selbst existiert nur dank intensiver Bemühungen um ihre Wiederansiedlung und Vermehrung in einer sehr kleinen Population in klaren Bächen der Lüneburger Heide.
Gewässerverschmutzung, Nährstoffeintrag, Gewässerausbau und -unterhaltung vernichteten im 20. Jahrhundert 90 % der heimischen Muschelbestände. Über die Restbestände machen sich heute invasive Tierarten wie der Waschbär und Bisam her. In unserer Region hat Jonas Waletzky noch robustere Arten wie die Malermuschel und die Entenmuschel in der Oker und Schunter nachweisen können, und das sogar mitten in Braunschweig.
In die Innerste und die Nette werden die Großmuscheln wohl nicht wieder großflächig zurückkehren können, denn zur Ausbreitung brauchen sie gewisse Fischarten, die ungehindert wandern können. In deren Kiemen setzen sich die winzigen Muschellarven fest und reisen dann als blinde Passagiere auf den Fischwanderungen zu den Laichgebieten mit. Dort sinken sie zu Boden und wachsen mit Glück in vielen Jahren zur geschlechtsreifen Muschel heran.
Nur invasive Muschelarten breiten sich heute noch großflächig aus. Anders als die heimischen Muschelarten brauchen die Dreikantmuschel und Zebramuschel keine Fische zur Verbreitung ihrer Larven und sie sind in der Lage, sich mit klebrigen Fäden am Untergrund zu befestigen, ähnlich wie die Miesmuscheln in der Nordsee.
In unseren Gewässern finden spannende Entwicklungen statt und interessante Entdeckungen sind möglich, wenn man, wie Jonas Waletzky, einen Blick unter die Wasseroberfläche wirft.
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Infostand auf der Saatgutbörse in Hildesheim
31.1.2026
Stand auf der Saatgutbörse 2026
(E. Gerdes)
Am 31. Januar war der BUND mit der Naturgarten AG auf der 5. Hildesheimer Saatgutbörse mit einem Infostand vertreten. An unserem Stand boten wir Saatgut von zwölf verschiedenen einheimischen Stauden an. Ziel war, die Besucher einzuladen, mithilfe dieser Pflanzen, die einheimische Vielfalt in ihren Gärten zu fördern. Dies soll nicht nur der pflanzlichen Vielfalt, sondern auch der Vielfalt der Tiere – z. B. die der Wildbienen – helfen.
Neben dem Saatgut gab es auch viel Informationsmaterial zum Thema Naturgarten, Igel-freundlichen Gärten und Wildbienen. Besucher wurden außerdem eingeladen an einem Wildbienenquiz teilzunehmen. Anhand des Spiels und der dazugehörenden Infotafel sollte verdeutlicht werden, wie groß die Zahl der Wildbienen ist und wie unterschiedlich dadurch auch ihre Bedürfnisse an Pflanzen, Nistmöglichkeiten und Nistmaterial ist.
Wir freuen uns schon auf die nächste Saatgutbörse und weitere ähnliche Veranstaltungen, bei denen wir unsere Begeisterung für das Thema „Naturnah Gärtnern“ teilen können.
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Rückblick auf vergangene Aktionen
Hier geht es zu einem Rückblick vergangener Aktionen unserer BUND Gruppe.