Schmetterlingsexkursion zur Hecke bei Mahlerten: Erfolgreiches Gemeinschaftsprojekt für den Artenschutz

9.8.2026

Foto von Torben Riemer und Teilnehmern der Schmetterlingsexkursion Torben Riemer erzählt Wissenswertes zum Thema Schmetterlinge  (M. Köhler)

Der BUND Landesverband Niedersachsen hatte zu einer Schmetterlingsexkursion an die Hecke bei Mahlerten geladen, die dort im Winter 2023 in einer Gemeinschaftsaktion von Landwirt, Gemeinde Nordstemmen und BUND mit zahlreichen ehrenamtlichen Helfern gepflanzt worden war. 

Zur Erinnerung: Im Rahmen des BUND Projekts „Eigene Vielfalt – Gemeinsam zum Biotopverbund mit Naturschutz & Landwirtschaft.“ sind damals 1200 heimische Sträucher für eine 800 Meter lange, dreireihige Hecke auf Flächen des Landwirts und der Gemeinde in die Erde gebracht worden

Einige der damals Mitwirkenden waren der Einladung gefolgt, darunter die Hauptakteure des Projektes: der Biolandwirt Jan Wittenberg, Nicole Dombrowski, Bürgermeisterin von Nordstemmen und Jakob Grabow-Klucken vom BUND Landesverband Niedersachsen. Sie konnten zunächst konstatieren, dass die Sträucher der Hecke bestens gediehen und teilweise schon übermannshoch gewachsen waren. 

Auf den bunten Krautsäumen zwischen den Heckenreihen zeigten sich einige Schmetterlinge. Wie Jan Wittenberg berichtete, bietet die Hecke nicht nur für Tagfalter Schutz und Nahrung. Er hat dort ein vielfältiges Vogelleben mit u. a. Wachtel und Rebhuhn beobachten können, zudem haben die Feldrehe dort einen Rückzugsraum gefunden, in dem auch ihre Kitze zur Welt kommen. Vom Insektenreichtum zeugten auch an diesem Tage die zahlreichen Schwalben, die über Hecke, Acker und den Exkursionsteilnehmern ihre Kreise zogen und offenbar reichlich Beute fanden. 

Der Schlüssel zu solcher Nahrungs- und Artenvielfalt ist das kleinteilige Mosaik unterschiedlicher Lebensräume, das in und um eine Hecke entsteht, stellte der Exkursionsleiter und Artenkenner Torben Riemer fest. Mit ihm zusammen ging es dann auf Schmetterlingssuche. Von den typischen Wiesenfaltern fanden sich neben den zahlreichen Weißlingen mit drei Arten (großer und kleiner Kohlweißling, Grünaderweißling) nur noch das Ochsenauge. Zwei weitere attraktive Tagfalterarten, Admiral und Schwalbenschwanz, die noch kurz vor Beginn der Führung die Hecke überflogen hatten, ließen sich nicht wieder blicken. Dafür ein Labkrautspanner und ein Taubenschwänzchen. Beides sind Nachtfalter, wobei das Taubenschwänzchen tagaktiv und sicher Vielen bekannt ist, weil es wie ein Kolibri von Blüte zu Blüte schwirrt. Beide Arten profitieren vom Labkraut als Nektarquelle und als Futterpflanze für ihre Raupen. Zwischen den Heckenreihen ist diese Pflanze reichlich zu finden. 

Die hochsommerliche Veranstaltung fand ihren Abschluss bei einem kühlen Getränk und einem regen Austausch zwischen den Teilnehmern auf dem Hof Wittenberg. Alle waren sich einig, dass sich gemeinsam mit Landwirtschaft, Gemeindeverwaltung, Politik und Naturschutzverbänden noch weitere attraktive Naturschutzprojekte verwirklichen ließen.

Feldhecke bei Mahlerten ist angewachsen und gedeiht.

31.10.2023

Feldhecke bei Mahlerten Feldhecke bei Mahlerten  (M. Köhler)

Im Rahmen des BUND Projekts „Eigene Vielfalt – Gemeinsam zum Biotopverbund mit Naturschutz & Landwirtschaft.“ haben zahlreiche Helfer im Februar 2023 eine 800 Meter lange, dreireihige Hecke aus 1200 heimischen Sträuchern gepflanzt. Die Fläche dafür hatten der Bio-Landwirt Jan Wittenberg  und die Gemeinde Nordstemmen zur Verfügung gestellt.

Jetzt, Ende Oktober 2023, lässt sich feststellen: Die Hecke hat den ersten Sommer gut überstanden. Sträucher und Bäume sind angewachsen und gedeihen. Zwischen den Gehölzreihen und am Feldsaum blühen immer noch Kräuter aus der ausgebrachte Regio-Saatgutmischung.

Ohne den Einsatz von Jan Wittenberg könnten wir diese positive Bilanz heute nicht ziehen. Er hat die Sträucher im trockenen Frühsommer mit mehr als 100.000 Liter Wasser versorgt und den Krautstreifen gemäht, auch damit die kleinen Gehölze nicht überwachsen werden. So kann die Hecke in gutem Zustand in ihr zweites Standjahr starten und wird bald (fast) so landschaftsprägend sein wie die Zuckerfabrik Nordstemmen, deren hochaufragende Schornsteine heute wieder viel weißen Dampf in die grauen Wolken pusteten.


Gemeinsame Pflanzaktion in Nordstemmen schafft 8000 Quadratmeter Raum für Artenvielfalt

Vorbesprechung der Pflanzaktion Vorbesprechung der Pflanzaktion  (M. Köhler)

Durch die Bördelandschaft unterhalb der Marienburg bei Nordstemmen zieht sich seit dem 4.2.2023 eine 800 Meter lange, dreireihige Hecke aus 1200 heimischen Sträuchern. Gepflanzt wurde sie in einer großartigen Gemeinschaftsaktion von mehr als 50 Helfern im Rahmen des BUND Projekts „Eigene Vielfalt – Gemeinsam zum Biotopverbund mit Naturschutz & Landwirtschaft.“

Die Partner dieses Projekts der BUND, das Landvolk, die Stiftung Kulturlandpflege und die Landwirtschaftskammer freuen sich, dass in unserer intensiv genutzten Landschaft neue Strukturen für den Biotopverbund geschaffen werden konnten. Zu  verdanken ist das insbesondere dem Bio-Landwirt Jan Wittenberg sowie der Gemeinde Nordstemmen, die Teile ihrer Ackerfläche bzw. der Wegeparzelle dafür langfristig zur Verfügung stellen.

Jan Wittenberg wies gemeinsam mit Jakob Grabow-Klucken, dem Leiter des BUND Projekts, die zahlreichen Helfer ein. Mit dabei waren die Bürgermeisterin von Nordstemmen, der Bauamtsleiter, Mitarbeiter des Bauhofs, Landwirte, eine Vertreterin der Landwirtschaftskammer, viele Helfer aus Nordstemmen und Umgebung und natürlich aktive Naturschützer von BUND, NABU und dem ornithologischen Verein.

So vielen helfenden Händen gelang es, die 1200 Sträucher schon vor der Mittagspause in die Erde zu bringen.  Dabei blieb noch eine recht große Lücke in der neuen Hecke, die am Samstag dem 18.2. mit weiteren Sträuchern gefüllt werden soll. Dann haben alle, die die heutige Aktion verpasst haben, eine zweite Chance mit dabei zu sein.