Kreisgruppe Hildesheim

Streuobstwiese Gronau

Erste Mahd der Blühstreifen auf der Streuobstwiese

1.10.2022

Mähen mit der Handsense Mähen mit der Handsense  (M. Köhler)

Im letzten Herbst hatten wir zwischen den Bäumen unserer Obstwiese Regiosaatgut ausgebracht, um die Artenvielfalt der Wiese zu vergrößern. In diesem Sommer blühten vor allem die einjährigen Arten wie Mohn und Kornblume recht prächtig, später auch die Wilde Möhre. Nun ist alles ausgereift und abgetrocknet und sollte gemäht und abgeräumt werden, um Platz für die mehrjährigen Arten zu schaffen.

Erfreulicherweise fanden sich am regnerischen Morgen des 1. Oktober genügend tatkräftige Menschen ein, um dieses Vorhaben besonders insektenfreundlich anzugehen. Wir hatten uns nämlich vorgenommen, die Blühstreifen nicht mit einem motorgetriebenen Mähwerkzeug sondern mit Handsense, Grepe und Rechen abzuräumen. Noch erfreulicher war, dass einige ältere Mitstreiter „den Bogen raus“ hatten und den anderen zeigen konnten, wie man eine Sense richtig schwingt und schärft. Mit vereinten Kräften erreichten wir tatsächlich mittags das gesteckte Ziel zwei Drittel der Blühstreifen zu mähen und das Mähgut auf der Wiese zu verteilen, um die darin noch enthaltene Samen weiter zu verteilen. Das übrige Drittel bleibt als Unterschlupf für Insekten über den Winter stehen.

Die ersten der neu gepflanzten Obstbäume tragen bereits Früchte. Stephan hatte zehn Sorten ausgesucht und mit Obstsortensteckbriefen versehen. Wir durften beurteilen, ob unsere Äpfel nicht nur optisch, sondern auch geschmacklich der Beschreibung entsprechen. Insgesamt ein anstrengender, aber erfolgreicher und belohnender Arbeitseinsatz, bei dem auch das Wetter dann doch mitspielte.


Weitere Arbeitseinsätze auf der Streuobstwiese in Gronau

Februar 2022

Abgesägte Äste werden zur Seite gezogen Abgesägte Äste werden zur Seite gezogen  (M. Köhler)

Am 12. Februar gab es auf unserer Streuobstwiese mal wieder einen größeren Arbeitseinsatz, und zwar zum „Schneiteln“ der Kopfweiden und zur Beseitigung von zu stark wuchernden Pappelschösslingen am Wiesensaum. Mit Hacken, Hand- und Motorsägen wurden die teilweise bereits mehr als armdicken Äste entfernt. Dies war notwendig, um die typische Gestalt der Weiden als Kopfweiden zu erhalten sowie das Vordringen der Pappeln auf die Mähwiese zu verhindern.

In der Nacht vor der Aktion waren die Temperaturen unter null gefallen und daher erwartete uns die Wiese morgens um 9 Uhr zauberhaft bereift und bei strahlendem Sonnenschein.
Die Stimmung war super und so war es auch kein Wunder, dass wir innerhalb von ungefähr 4 Stunden mehr geschafft haben, als unser „Pflegemeister“ Stephan Thiele erwartet hatte.
Eine nettes kleines Outdoor-Päuschen mit Kaffee und Brötchen hatten wir uns zwischendurch aber auch gegönnt.

Durch die Stürme war dann recht spontan am Samstag, den 25. Februar noch eine weitere Aufräumaktion nötig, weil umgestürzte Bäume, darunter leider auch ein alter Obstbaum, von der Wiese geräumt werden mussten. Dieses Altholz wird aber neben der Wiese erhalten bleiben, um wertvollen Lebensraum und Unterschlupf für Insekten und andere Tiere zu bieten.

Wer Lust hat, sich bei einem unserer Arbeitseinsätze in der Natur auszutoben, ist herzlich willkommen! Sie müssen kein Forst- oder Gartenexperte sein, es reicht, motiviert eine Hacke oder einen Spaten zu schwingen. Einfach melden unter info(at)bund-hildesheim.de


Obstbaumschnitt

23.1.2022

Herr Heisig beim Obstbaumschnitt Herr Heisig beim Obstbaumschnitt  (S. Thiele)

Jedes Jahr im Winter müssen die Obstbäume auf der Streuobstwiese in Gronau geschnitten werden. Deswegen haben sich Klaus Heisig und Stephan Thiele dort am Samstag dem 15. Januar getroffen. Von 9 bis 15 Uhr waren sie damit beschäftigt den Obstbäumen ihren jährlichen Schnitt zu verpassen.

Nach diesen doch recht arbeitsreichen Stunden sind aber auch alle Bäume versorgt.

Und am 12. Februar sind bei einem Arbeitseinsatz die Weiden dran. Wer Lust hat mitzumachen, ist herzlich willkommen. (Siehe Termine.)


Winter auf der Streuobstwiese in Gronau

Raureif auf der Streuobstwiese Raureif auf der Streuobstwiese  (S. Thiele)

Mit diesen winterlichen Bildern unserer Streuobstwiese mit Raureif und ein bißchen Sonne wünschen wir einen schönen Jahreswechsel und alles Gute für 2022!


Pflanzeinsatz auf der Streuobstwiese in Gronau

Pflanzloch mit Drahtnetz Pflanzloch mit Drahtnetz  (M. Köhler)

Am Sonntag, den 17.10. ab 10 Uhr starteten wir unsere Pflanzaktion von 9 jungen Bäumchen. Diese waren aus alten, schon auf der Streuobstwiese vorgefundenen und teilweise unbekannten Sorten, nachgezogen und auf Hochstamm-Unterlagen veredelt worden, um die jeweilige Sorten genetisch zu erhalten.

Das Wetter war mit 10 Grad zwar frisch und der Himmel etwas trübe, aber trocken. Mit 17 Leuten waren wir eine größere Gruppe, in der jeder nach seinen Möglichkeiten Aufgaben fand. Aber zunächst ging es ans Ausheben der Pflanzlöcher, mitten in einen der neuen Blühstreifen, so dass den Bäumchen im nächsten Jahr eine von einheimischen Pflanzen geprägte Blühwiese „zu Füßen liegen“ wird.

Der Lehmboden bot unseren Spaten und Hacken erheblichen Widerstand beim Anlegen der geräumigen Pflanzgruben, in die Metalldrahtnetze als Wurzelschutz gegen die Wühlmäuse eingearbeitet wurden. Diese Netze werden in einigen Jahren verrottet sein, wenn dann unsere Bäumchen richtig Fuß gefasst haben und die ein oder andere Wühlmaus locker verkraftet wird.

Mit Bohrer und Pfahlramme wurden dann um jedes Bäumchen noch drei dicke Holzpfähle in den schweren Boden gerammt, ein schweißtreibender Job, der körperlichen Einsatz forderte. Auch die Stämme wurde mit Manschetten und Drahthosen gegen hungrige tierische Knabberer geschützt. Schließlich gab es noch „Futter“ für unsere komplette Baumkinderschar in Form speziell an den Boden angepassten Düngergaben und Kompost, der auch den älteren Bäumchen gut tun wird.

Jetzt ist alles getan und damit die Natur gefragt, damit hier eine eindrucksvolle und charakterstarke Baumgruppe entsteht, die auch noch künftigen Generationen Freude bereiten wird.

Als Abschluss gab es einen überwiegend veganen Imbiss mit Gemüseantipasti, Hefegebäck, Kaffee und Bier und natürlich gemütlichem Plausch unter Naturfreunden. Hat wieder mal allen Spaß gemacht und Stephan, unser Pflegemeister war zufrieden mit dem Ergebnis dieses Einsatzes.


Neuer Blühstreifen auf der Streuobstwiese Gronau angelegt

Etwa so könnte der Blühstreifen in Zukunft aussehen Etwa so könnte der Blühstreifen in Zukunft aussehen  (E. Gutting-Vos)

Durch die extensive Landwirtschaft haben Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten immer weniger Chancen zu Überleben. In der Folge sind aber auch Pflanzen, Vögel, Kleinsäuger und weitere Tierarten vom Artensterben betroffen.

Eine Wiese bietet allerdings einen besonderen Lebensraum für Insekten, Vögel und auch einige Säugetiere. Mit unserer Streuobstwiese möchten wir zeigen, was alles möglich ist.

Daher wurde am 30. September 2021 eine Fläche von 2250 qm um die gepflanzten Obstbäume herum als Blühfläche mit regionalem Saatgut mit Blühpflanzen und Gräsern angelegt. Nach Rücksprache mit dem Biologen Dr. Bleeker vom Biodiversitätsmanagement in Osnabrück wurde eine Regiosaatgutmischung "Feldraine und Säume für die Region UG 6" (Ursprungsgebiet Oberes Weser- und Leinebergland mit Harz) des Saatgut-Herstellers "Saaten Zeller GmbH & Co. KG" verwendet. Gefördert wurde das Projekt von der BINGO Umweltstiftung.

Da die Wiese jahrelang zur Erzeugung von Futtermittelgewinnung genutzt worden war, wurde sie durch Düngung und häufige Mahd relativ artenarm. Während der nächsten 5 Jahren der Projektlaufzeit, aber natürlich auch darüber hinaus, wird sich mit den Blühstreifen innerhalb der bisher relativ artenarmen Graslandschaft das Angebot von Nektar und Samen für Insekten und Vögel deutlich ausweiten und so die Artenvielfalt nicht nur der Pflanzen, sondern auch der Insekten und Avifauna erhöhen.

Die Sortenliste der neu gesäten 23 Kräuter, 4 Hülsenfrüchte und der 3 Gräser gibt es hier als PDF.


Arbeitseinsatz

Februar 2021

Arbeitseinsatz auf der Streuobstwiese in Gronau Arbeitseinsatz auf der Streuobstwiese in Gronau  (M. Köhler)

Am 1. Februar haben wir uns mal wieder auf der Streuobstwiese in Gronau getroffen. Es mussten wieder Kopfweiden geschneitelt und Pappeltriebe entfernt werden.

Diesmal spielte das Wetter nicht wirklich mit - es regnete fast die gesamte Zeit - dies hat uns aber nicht von der Arbeit abgehalten. Nach drei Stunden hatten wir doch einiges geschafft!

Und wer Lust hatte, konnte sich nach dem Einsatz noch bei einem gemeinsamen Mittagessen stärken.


Gronauer Streuobstwiese: Ein Platz für den Spatz

Nistkasten an einer Weide Nistkasten an einer Weide  (B. Brehm)

In den letzten Tagen erfolgte die jährliche Kontrolle der Nistkästen auf unserer Streuobstwiese in Gronau. Unsere Nistkästen sind auch in der Brutsaison 2020 sehr gut angenommen worden. Mehrheitlich sind die Kästen von Blau- und Kohlmeisen für die Aufzucht des Nachwuchses ausgewählt worden. Aber auch in 2020 gab es in einigen Nistkästen Platz für den Spatz. In zwei kontrollierten Kästen fanden sich Nester von Feldsperlingen.

Spatz ist nicht gleich Spatz. Die bekanntesten Arten sind Haussperling und Feldsperling. Europaweit sind allerdings noch der Italien-, der Weiden- und der Schnee- sowie der Steinsperling zu nennen.

Der Feldsperling (Passer montanus) galt in Deutschland lange Zeit als Alltagsvogel. Leider ist er inzwischen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten auf der Vorwarnstufe geführt.

Durch die vielerorts großflächigen Monokulturen in der Landwirtschaft in Europa ist das Nahrungs- und Brutplatzangebot für den Feldsperling heute sehr eingeschränkt.

Unsere Streuobstwiese bietet beides: Nahrung und Brutplätze – einen Platz für den Spatz.


Herbst auf der Streuobstwiese Gronau


Mäharbeiten auf der Streuobstwiese Gronau mit vorherigem Drohneneinsatz zum Schutz von Rehkitzen

Juni 2020

Mäheinsatz auf der Streuobstwiese Mäheinsatz auf der Streuobstwiese  (R. Beckerschmidt)

Die Deutsche Wildtier Stiftung schätzt, dass allein in Deutschland jedes Jahr zur Brut- und Setzzeit mehrere zehntausend Rehkitze durch das in diesem Zeitraum notwendige Mähen der Grünlandflächen schwer verletzt werden und verenden.

In den ersten Wochen nach der Geburt haben die Kitze keinen Fluchtinstinkt und ducken sich beim Annähern des Traktors mit dem Mähwerk ins hohe Gras, was dem Landwirt das rechtzeitige Auffinden oftmals unmöglich macht.

Neben den bisherigen Präventionsmaßnahmen wie die Begehung der Wiese oder das Setzen von sogenannten Knistertüten haben wir dieses Jahr zusätzlich Herrn Fischer vom Ingenieurbüro Fischer aus Eime gebeten, uns am Samstag, den 20. Juni bei der Suche mittels seiner Drohne mit Wärmebildauswertung zu unterstützen.

Während die Drohne in 40m Höhe in den zuvor programmierten Flugbahnen den Wiesengrund überflog, schauten Herr Fischer, die BUND Mitglieder und auch die Landwirte konzentriert auf die Monitore, um etwaige Kitze als farbig angezeigte Stellen auf den Wärmebildern zu erkennen.

Da wir keine Kitze ausmachen konnten, wurde die Wiese direkt im Anschluss gemäht, ohne das ein Jungtier zu Schaden gekommen ist.


Blütenzauber auf der Streuobstwiese in Gronau

April 2020

Blütenzauber auf der Streuobstwiese Gronau Blütenzauber auf der Streuobstwiese Gronau  (M. Köhler)

Auf der Streuobstwiese in Gronau sieht es herrlich aus! Die Bienen haben eine große Auswahl dieses Jahr: nicht nur an den alten, sondern auch an den neuen Obstbäumen zeigen sich Blüten. Außerdem blühen auch die Weiden am Rand der Wiese. Und wenn man sich ruhig verhält, kann man auch Rehe erblicken.


Pflanzaktion auf der Streuobstwiese in Gronau

Bäumepflanzer nach der Arbeit Bäumepflanzer nach der Arbeit  (R. Beckerschmidt)

Nach der Pflanzaktion am 26. Oktober stehen nun fast alle der geplanten Obstbäume auf der Streuobstwiese in Gronau! Es fehlen noch die Bäume mit den Reisern der alten Bäume der Streuobstwiese und einige Sträucher, die wir in den nächsten Jahren noch pflanzen wollen.

Nach den letzten Pflanzaktionen ging uns die Arbeit nun leichter von der Hand, da wir in den vergangenen zwei Jahren Erfahrung haben sammeln können. Die Löcher waren schon gebuddelt, sodass wir "nur noch" die Bäume einpflanzen, deren Wurzeln durch einen unverzinkten Wühlmausdraht schützen, Pfähle in den Boden rammen und stabilisieren mussten. Einige der Bäume bekamen auch keine Pflanzmanschette mehr, sondern eine sogenannte Drahthose mit einem bedeutend größeren Durchmesser.

Außerdem wurde eine Niströhre für den Steinkautz auf einem Ast eines älteren Baums auf der Wiese angebracht.

Dadurch dass viele Helfer an diesem sonnigen Tag gekommen sind, klappte die Arbeit nochmal besonders gut und wurde mit einer gemeinsamen Vesper abgeschlossen!


Steinkauz: Wohnraumprogramm für die kleine Eule gestartet.

Baum mit Niströhre für den Steinkautz Baum mit Niströhre für den Steinkautz  (R. Beckerschmidt)

Das Brutvorkommen des Steinkauzes ist lückenhaft. In Deutschland ist der Steinkauz mit seinen etwa 6.000 Brutpaaren auf der Roten Liste verzeichnet. Der Bestandsrückgang hat u.a. in der Rodung von Streuobstwiesen und alten Kopfbäumen - oftmals mit dem Ziel Bauland in Ortsrandlage zu schaffen -   seine Gründe.

Einhergehend mit den vielfältigen Biotopaufwertungen auf unserer Streuobstwiese in Gronau ist jetzt ergänzend ein „Wohnraumprogramm“ am 26. Okt. 2019 für die kleine Eule gestartet worden. Eine Niströhre wurde erfolgreich installiert und ist einzugsbereit. Eine zweite wird bald folgen.

Die Leiterin der AG Eulenschutz, Angelika Krueger, freut sich, „ … ein Auftakt für die Schaffung von Nistkastenangeboten für den Steinkauz im Raum Hildesheim. Weitere Installationen sollen schrittweise folgen … “. In Niedersachsen, u.a. am Harzrand und auch in der Nähe von Höxter, gibt es kleinere Steinkauzpopulationen, sodass gehofft werden kann, dass das Wohnraumangebot in den Folgejahren auch in Gronau angenommen wird.   

Steinkäuze willkommen!


Die „Neugeburt“ der alten Sorten auf unserer Streuobstwiese

Klaus Heisig beim Veredeln Klaus Heisig beim Veredeln  (S. Thiele)

Im Herbst 2018 wurden die meisten Sorten der 23; 80 bis 100 Jahre alten Obstbäume auf der Streuobstwiese durch die Vorsitzende des Pomologenvereins, Sabine Fortak bestimmt, darunter z.B. sogar unsere Lokalsorte, die „Hildesheimer Goldrenette“ aber auch „Gravensteiner“, „Jakob Lebel“, „Harberts Renette“ oder die inzwischen sehr seltenen Birnensorten „Kuhfuß“ und „Trockener Martin“ .

Von diesen teilweise schon abgängigen Bäumen haben wir dann im Januar 2019 Veredelungsreiser geschnitten, was bei den teilweise schon vergreisten Kronen gar nicht so einfach war, da man dafür „bleistift“ -starke einjährige Triebe, die möglichst auf der Südseite gewachsen sein sollen, benötigt.

 

FÖJ-lerin Milena Redeker und Klaus Heisig mit der 160 hoch gewachsenen „Hildesheimer Goldrenette“ FÖJ-lerin Milena Redeker und Klaus Heisig mit der 160 hoch gewachsenen „Hildesheimer Goldrenette“  (M. Wolf)

Im zeitigen Frühjahr wurden dann von Klaus Heisig die Reiser auf Sämlingsunterlagen (Bittenfelder Sämling, Kirchensaller Mostbirne) aufveredelt, die garantieren, dass daraus wieder Hochstämme wachsen, die dann wieder 70 und mehr Jahre alt werden können. Dabei wird die sogenannte „Kopulation“ als Winterhandveredelung angewandt, d.h. Wildling und Edelreis werden mit einem schrägen, langen geraden Schnitt versehen, so dass die beiden ovalen Flächen genau aufeinander passen. Das ganze wird dann noch mit Veredelungsband umwickelt und im Erdkeller in Sand eingeschlagen. Die Schüler der 10. Klasse der Waldorfschule haben die Veredelungen dann unter Anleitung von Klaus Heisig auf ein Beet im Schulgarten gepflanzt. Nach dem erfolgreichen Zusammenwachsen werden die Jungbäume nun 2 bis 3 Jahre heranwachsen und danach zu den alten Obstbäumen auf die Wiese zurückkehren können, um dort die vorhandene Sortenvielfalt weiterhin zu erhalten. Mit großer Freude hat Klaus Heisig nun festgestellt, dass alle Reiser trotz der Trockenheit im Sommer sehr gut angewachsen sind und ein Exemplar der „Hildesheimer Goldrenette“ sogar die stattliche Höhe von 160 cm erreicht hat.


Rückblick und Ausblick auf der Streuobstwiese

Apfelprobe beim Streuobstwiesenfest 2019  (M. Köhler)

30. September 2019

Im Rahmen der Hildesheimer Streuobstwiesentage fand am Sonntag den 30. September wieder ein Streuobstwiesenfest auf unserer jungen Streuobstwiese in Gronau statt. Trotz des unbeständigen Wetters fanden sich einige Besucher ein, besichtigten die in den letzten zwei Jahren gepflanzten Apfel- und Birnbäume und kosteten Früchte der entsprechenden Sorten (leider noch keine eigene Ernte).

Bei einem Rundgang konnten sich alle Anwesenden von der positiven Entwicklung der Wiese überzeugen:

Alle Bäume haben den trockenen Sommer gut überstanden. Bestärkt durch diese Erfahrung erhält die Wiese erneut Zuwachs: ca. 20 weitere Bäume werden noch in diesem Herbst dort gepflanzt. Und nicht nur die Bäume gedeihen gut: Sämtliche im vergangenen Winter aufgehängten Nistkästen waren bezogen worden und auf Grund der verwendeten Materialien konnten wir sogar die Mieter identifizieren: Spatzen und Meisen – mit einer Ausnahme: In einem der Kästen hatte ein Hornissenschwarm sein Zuhause gefunden. Um die ornithologische Vielfalt in Zukunft noch zu erhöhen finden bald auch zwei Steinkautznistkasten ihren Platz auf der Wiese. Das offene, strukturreiche Gelände mit seiner niedrigen Vegetation bietet der Eulenart ideale Lebensbedingungen.

Seit diesem Herbst können sich Besucher auch ganzjährig und vor Ort über die Schautafel "Lebenraum Streuobstwiese - Wir schützen und erhalten ihn." informieren.


Obstbaumblüte

Blühende Obstbäume Blühende Obstbäume  (S. Thiele)

Den Obstbäumen scheint es gut zu gehen. Bisher ist kein trockener Zweig zu entdecken - alle Obstbäume scheinen den neuen Lebensraum auf unserer Wiese gut angenommen zu haben.

Die Blütenfotos sind überwiegend von den ersten 20 Obstbäumen aus 2017 - aber die "Neuen" haben zumindest schon vielversprechende Knospen ...


Schafe auf der Streuobstwiese

Schafe auf der Streuobstwiese Schafe auf der Streuobstwiese  (S. Thiele)

11. Februar 2019

Kurz nachdem wir die Kopfweiden geschneitelt hatten, kam der Schäfer mit seinen Merino-Schafen. Es sind aktuell 60 - 70 Schafe auf der Wiese, der Rest der Muttertiere hat bereits gelammt und befindet sich schon im Winterstall.


Kopfweiden schneiteln

Kopfweiden schneiteln Kopfweiden schneiteln  (R. Beckerschmidt)

9. Februar 2019

Am Samstag dem 9. Februar hatten wir mal wieder einen Arbeitseinsatz auf der Streuobstwiese in Gronau.

Das Wetter war recht gut - auf jeden Fall fast die ganze Zeit trocken! Und wir haben viel geschafft, auch weil wir tatkräftige Unterstützung von einigen jungen Helfern bekommen haben, die von unserer Aktion gehört hatten. So wurden etwa 16 Kopfweiden geschneitelt.


Biber am Leineufer

4. Februar 2019

Seltene Gäste am anderen Leineufer auf Höhe der Streuobstwiese - 2 Biber! Am Rand der Wiese hatte ein Sturm vor einiger Zeit den oberen Stamm einer Weide abgebrochen, welcher dann auf das Ufer der Leine gestürzt und steckengeblieben ist. 

Und an diesem Stamm haben jetzt mehrere Nächte zwei Biber die Rinde und das leckere Kambium angenagt.

Mit der Wildkamera konnten sie gesichtet werden.

Und tagsüber hat die Wildkamera ein Rehkitz und ein Kormoran fotografiert!


Neue Nistkästen für die Streuobstwiese

Nistkästen auf der Streuobstwiese Gronau Nistkästen auf der Streuobstwiese Gronau  (S. Thiele)

29. Dezember 2018

Seit kurzem bietet die Streuobstwiese vielen verschiedenen Vogelarten ein wetterfestes Zuhause zum Brüten oder auch zum Unterschlupf, wenn der Winter doch noch kommt.

Ein paar von uns haben die 24 bestellten Nistkästen (und ein Fledermauskasten) an die Bäume im Randbereich verteilt.

In der Mitte der beigefügten Fotoübersicht, kann man auch mal die Wiese aus der Sicht eines Greifvogels von einer der vier Ansitzstangen (Julen) sehen. (Zum Vergrößern des Fotos einfach draufklicken.)

Es wurden von der Leine aus unter anderem die Wasseramsel und sogar den Kleinspecht am Ufer der Wiese gesehen.

Die Eulen AG wird ebenso in absehbarer Zeit aufwändige Niströhren für die Steinkauz bauen - falls sich diese für Streuobstwiesen typische Kauzart nach Gronau "verirrt" wollen wir ja vorbereitet sein.


Pflanzaktion auf der Streuobstwiese

Zweite Pflanzaktion Zweite Pflanzaktion  (M. Köhler)

27. Oktober 2018

Am Samstag dem 27.Oktober 2018 gab es auf der Streuobstwiese in Gronau zum zweiten Mal eine große Pflanzaktion. Nachdem wir schon letztes Jahr 22 Obstbäume gepflanzt hatten, wurden von mehr als 20 freiwilligen Helfern 20 weitere Obstbäume und zwei Sommerlinden gepflanzt.

Das war anstrengend, hat aber auch viel Spaß gemacht.


Es wurde geschaufelt, Erdlöcher gebohrt, Pfähle eingerammt, Bäume eingesetzt, angebunden und bewässert, Latten angeschraubt und und und. Viele, viele Stunden sind zuvor in Planung und Vorbereitung investiert worden. Ein großes Dankeschön an alle die mitgeholfen haben!

Wir haben aber noch viel mehr vor auf "unserer" Wiese. Im Winter sollen die Kopfweiden wieder geschneitelt und Nistkästen angebracht werden. Auch hier hoffen wir wieder auf viele helfende Hände.
Im nächsten Jahr soll außerdem eine Schautafel Besucher über die Streuobstwiese informieren. Die dritte und letzte Pflanzrunde steht im Herbst 2019 an.


Streuobstwiesenfest in Gronau

30. September 2018

Am Sonntag dem 30. September wurde auch dieses Jahr wieder in Gronau zum Streuobstwiesenfest eingeladen.

Wie im letzten Jahr schien auch dieses Jahr den ganzen Nachmittag die Sonne bei angenehmen Temperaturen. Es gab Kaffee, Tee und viele verschiedene (meist Apfel-)Kuchen auf herbstlich gedeckten Tischen.

Die Besucher wurden über die Streuobstwiese geführt und konnten sich dabei die alten und die letztes Jahr neu gepflanzten Obstbäume ansehen.

Es war wieder ein gelungener Nachmittag!

Und am Samstag dem 27. Oktober um 9.30 Uhr treffen wir uns dort wieder um die nächsten 20 Obstbäume und 2 Linden zu pflanzen. Wir würden uns sehr freuen, wenn möglichst viele Helfer kommen könnten um uns bei dieser Arbeit zu unterstützen.


Wassermangel auf der Streuobstwiese in Gronau

Wassermangel auf der Streuobstwiese Wassermangel auf der Streuobstwiese  (S. Thiele)

10. Juni 2018

Die Obstbäume, die wir letztes Jahr auf der Gronauer Streuobstwiese gepflanzt haben, leiden sehr unter der anhaltenden Trockenheit.

Bei einige Bäume kräuseln sich die Blätter schon sehr stark und wirkliche Regentage (außer ein kurzer Schauer, der aber für die Baumwurzeln nicht viel bringt) sind nicht in Sicht.

Deswegen haben wir uns am Sonntagmorgen getroffen und haben den Bäumchen jeweils etwa 100 Liter Wasser gegeben.
Außerdem haben wir die Baumscheiben freigeschnitten und anschließend mit etwas Heu wieder abgedeckt, um sie vor Verdunstung zu schützen.

Das wird den Bäumen erstmal helfen. Nun hoffen wir auf mehr Niederschlag.....


Gute Nachrichten!

Blühende Obstbäume Blühende Obstbäume im Frühling 2018 auf der Streuobstwiese Gronau  (S. Thiele)

25. April 2018

Alle letzten Herbst gepflanzten Obstbäume haben den Winter gut überstanden und haben bereits Knospen gebildet. Es wurde kein einziger trockener Ast ohne Knospe gesehen.

Zwei Bäume ("Hauszwetsche" und die "Bühler Frühzwetsche") zeigen sogar bereits Blüten!


Erste Arbeitseinsätze 2018: Rückschnitt der Kopfweiden.

Kopfweiden schneiden Kopfweiden schneiden  (U. Schmidt)

Auf der Streuobstwiese in Gronau stehen – wie schon erwähnt - neben den Obstbäumen an den Ufern der Leine und der Laake auch viele Kopfweiden.

Kopfweiden sind bei vielen Insektenarten sehr beliebt. Da sie zu den Pflanzen gehören, die früh im Jahr blühen, gehören sie zu den ersten Pflanzen die z. B. Bienen und Schmetterlingen Nektar und Pollen bieten. Aber auch bei Raupen sind sie als Nahrungsquelle sehr begehrt. Außerdem bieten Kopfweiden für Vögel und Fledermäuse gute Nistmöglichkeiten und – auch wegen der vielen Insekten - reichlich Nahrung.

Da die Kopfweiden regelmäßig zurückgeschnitten werden müssen, haben wir uns zum ersten Mal in diesem Jahr am Samstag den 13. Januar um halb 10 zu diesem Zweck auf der Gronauer Streuobstwiese getroffen.

Das Wetter war kalt aber trocken und so konnten wir gleich loslegen. Die einen haben die Äste abgesägt und die anderen haben diese auf große Haufen gestapelt, damit sie demnächst zerschreddert werden können. Einige Bäume sind schon recht hoch, was die Arbeit erschwerte, bei anderen wiederum waren die Äste gut zu erreichen.

Beim zweiten Arbeitseinsatz am 10. Februar waren wir schon etwas routinierter und die Arbeit ging flott voran - obwohl das Wetter bedeutend kälter war als im Januar.

Trotz der guten Arbeit bleibt noch einiges zu tun auf der Streuobstwiese und wir werden uns dieses Jahr wohl noch ein paar Mal treffen um die Arbeit fortzusetzen.


Anfang 2017

Die Pappeln mussten entfernt werden

Schnell wachsende Pappeln hatten einige der alten Obstbäume umzingelt und in den Schatten gestellt. Sie wurden ebenso gefällt wie einige Weiden am Rand des Weihers im Feuchtbiotop. Jetzt kann die Sonne den Weiher im Frühjahr schneller erwärmen, was hoffentlich einige Amphibien anzieht. Diese Maßnahmen wurden von einer Fachfirma durchgeführt und vom Landkreis Hildesheim bezuschusst. Bei ersten Arbeitseinsätzen haben wir Müll gesammelt und abgefahren sowie nach den Fällarbeiten aufgeräumt und Pappelschösslinge beseitigt.


 

Streuobstwiese Gronau Hintergrundinformation

Malerischer Baum Malerischer Baum

Seit 2017 ist die Kreisgruppe dabei eine große, am südlichen Ortsrand von Gronau gelegene, ehemalige Streuobstwiese zu reaktivieren. Der BUND hat die ca. 4 ha große Fläche Anfang 2017 vom Landkreis Hildesheim gepachtet. Einige der alten Obstbäume, darunter 2 riesige Birnbäume, sind erhalten geblieben, weitere hochstämmige Obstbäume wurden nach und nach gepflanzt.

 

Was zeichnet die Fläche aus?

Die Wiese liegt zwischen Leine und Laake und ist somit fast vollständig von Wasser umgeben und nur über eine Brücke erreichbar. An den Ufern der beiden Flüsse stehen ca. 50 mächtige Kopfweiden, außerdem Erlen, Pappeln und Eschen. Zwischen einem künstlich angelegten Feuchtbiotop und der Laake hat sich in den letzten Jahrzehnten ein kleiner Weidenauwald entwickelt. Der größte Teil der Wiese wird als Grünland bewirtschaftet.

Bereits im ursprünglichen Zustand war die Wiese relativ naturnah und schön. Ihr Wert für die Natur ließe sich aber noch erhöhen. Wir versuchen, die Zeit ein wenig zurückzudrehen und den Charakter der alten Obstwiese wieder zu erwecken. Dazu werden neue Obstbäume alter regionaler Sorten gepflanzt. Gefördert wird dies durch die Niedersächsische BINGO-Umweltstiftung.

Die vorhandenen Bäume bleiben natürlich so lange wie möglich erhalten. Auch wenn sie eines Tages das Zeitliche segnen, soll ihr Erbgut überleben. Das kann gelingen, indem Reiser davon genommen und junge Hochstämme damit veredelt werden.

Der größte Teil der Wiese wird weiterhin als extensives Grünland genutzt. Im Frühjahr und Herbst sollen Schafe darüber ziehen. Im Sommer wird gemäht. Dazu haben wir einen Pachtvertrag mit dem Landwirt geschlossen, der die Wiese auch bisher schon bewirtschaftet hat.

Wir beobachten wie sich die Wiese entwickelt. Ein Rudel Rehe nutzt sie bereits als Rückzugsort. Störche und Reiher suchen dort nach Nahrung.

Außerdem müssen die zahlreichen Kopfweiden alle paar Jahre geschneitelt und das Schnittgut entfernt werden. Tatkräftige Unterstützer sind jederzeit willkommen.

Wer über die Termine unserer Arbeitseinsätze informiert werden möchte kann in  unseren Mailverteiler aufgenommen werden. Bitte Mail an matthias.koehler(at)bund.net schreiben.