Kreisgruppe Hildesheim

Neuer Amphibien-Rekord am Röderhof: 35.400 Tiere erreichen in diesem Frühjahr wohlbehalten ihre Laichgewässer

Pressemitteilung - 14.5.2022

Kröten auf dem Weg in die Freiheit Kröten auf dem Weg in die Freiheit  (E. Gutting-Vos)

Die diesjährige Amphibien-Schutzaktion der BUND Kreisgruppe Hildesheim war die bislang längste und „ertragreichste“: Vom 22. Februar bis zum 19. April haben rd. 60 Sammlerinnen und Sammler morgens und abends insgesamt 35.400 Amphibien bei ihrem Weg zu den Laichgewässern unterstützt. An der Straße nach Röderhof war ein kilometerlanger Amphibienschutzzaun aufgestellt. Die Tiere fallen dort in Eimer und müssen morgens und abends über die Straße zu den Gewässern getragen werden. „Diese Aktion war ein voller Erfolg, der aber nur mit den vielen engagierten Helferinnen und Helfer möglich gewesen ist“, bilanzierte BUND-Amphibien-Koordinatorin Claudia Keil auf einem Nachbereitungstreffen.

Die Zusammensetzung der Sammlerinnen und Sammler war sehr bunt: von Schulklassen, über Familien, Einzelpersonen und Jugendgruppen.

Die größte Amphibiengruppe stellen die Erdkröten mit über 30.000 Tieren, aber auch 4700 Molchen konnte der gefährliche Weg über die Straße erspart bleiben. Dazu zählen in diesem Jahr 387 Kammmolche. Dies ist das beste Ergebnis seit 2017 bei dieser   selten gewordenen und deshalb besonders geschützten Molchart. Bergmolche, Teichmolche und Fadenmolche sind ebenfalls am Röderhof nachgewiesen. Erfreulich auch die zunehmende Anzahl dokumentierter Frösche mit über 500 Tieren.

Die diesjährige Herausforderung lag bei dem Wetter. Nach dem Einsetzen der Amphibienwanderung Ende Februar wurde es wieder kalt und trocken. Kein Wetter, bei dem sich Amphibien gerne auf den Weg machen. Die größte Wanderbewegung erfolgte dann erst wieder ab dem 21. März und dann noch einmal über die Osterfeiertage. Das erforderte ein insgesamt acht-wöchiges Engagement der Helferinnen und Helfer: Solange der Schutzzaun steht, muss regelmäßig gesammelt werden, damit die Tiere nicht in den Sammeleimern verenden.

Auch die untere Naturschutzbehörde – die für den Aufbau und Abbau des Amphibien-Schutzzauns verantwortlich zeichnet, zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden: „Die Ergebnisse vom Röderhof sind beeindruckend und freuen uns sehr“, so Carsten Lange. Sein Kollege Kevin Schulz ergänzte: „Die Zahlen sind ein Beleg dafür, dass sich der umfangreiche Aufwand des Zaunbaus und des Sammelns am Röderhof auszahlt.


Jetzt wandern sie......

27.3.2022 - Amphibienwanderung beim Röderhof

Bergmolch, der ein Krötentaxi nutzt Bergmolch, der ein Krötentaxi nutzt  (C. Keil)

Letzte Woche hatte das Wetter die Kröten und Molche weitestgehend davon abgehalten zu wandern. Die Grundschullehrerin Sabine Blanc, die mit ihrer Grundschulklasse der Joseph Müller-Schule sammelt, berichtete von ihrem Sammeleinsatz letzten Mittwoch: "Die Joseph Müller-Schule meldet: 1 Kröte, 1 hübscher Tausendfüßler, 2 Nacktschnecken und 3 Laufkäfer, bei 10 Grad und sternenklarem Himmel. Einfach zu trocken für Amphibien heute. Spaß hatten wir trotzdem".

Das nebelfeuchte Wetter von Samstag früh hat dann aber einige Tiere in die Eimer gebracht: rund 450 Kröten, 2 Kammmolche, 58 Bergmolche, 18 Teichmolche und 17 Fadenmolche. Und am Sonntagmorgen wurde sogar von rund 3500 Amphibien (ca. 3100 Kröten, 300 Molche und ein paar Frösche) berichtet.


Die Amphibien-Schutzaktion am Röderhof hat begonnen

27.2.2022

Mit den steigenden Temperaturen nach den starken Stürmen haben sich Mitte/Ende Februar die ersten Molche auf den Weg zu ihren Laichgewässern gemacht. Dieses Jahr stehen rd. 70 Helfer/-innen bereit, die Amphibien auf ihrer Wanderung zu den Teichen über die Straße zu tragen. 

Und schon direkt in der ersten Woche landete ein Exemplar der besonders stark gefährdeten Kammmolche in einem unserer Eimer. Eva Gutting-Vos und Jörg Päsler filmen den Kammmolch, der - just  über die Straße gerettet - seinen Weg in das Wasser fortsetzten kann.

Gestern abend und heute war kein Tier in den Eimern, da es  mit -1,5 Grad zu kalt war.

Die Sammeldaten der ersten Woche sind noch nicht ganz vollständig, da manche Sammler*innen zeitich verzögert ihre Daten melden. Was bisher bekannt ist: 17 Erdkröten, 1 Kammmolch, 15 Bergmolche, 56 Teichmolche, 15 Fadenmolche und 2 Frösche!


Mit vielen Helferinnen und Helfern die Amphibien-Schutzaktion erfolgreich beendet

Über den Krötenzaun schauende Kröte Über den Krötenzaun schauende Kröte  (T. Dedolf)

In der diesjährigen 42 Tage andauernden Sammelaktion am Röderhof haben rund 50 Amphibienretter - so viele Unterstützer wie nie zuvor - insgesamt über 31.000 Tiere sicher über die Straße zu ihren Laichgewässern gebracht.

Damit steigen die geretten und dokumentierten Tierzahlen seit 2017 kontinuierlich an; von rund. 21.000 auf nunmehr 31.000 Amphibien in 2021.

Den ganz überwiegenden Teil stellen die Erdkröten mit rund 27.500 Tiere dar, weitere 3.500 Molche konnten erfasst werden; darunter auch 299 der besonders geschützten Art der Kammmolche.

Aufgrund der lang anhaltenden kalten Temperaturen haben die freiwilligen Helfer von Ende Februar bis Mitte März nur übersichtliche Mengen von Tieren in den Sammeleimern vorgefunden. Mit den steigenden Temperaturen Ende März zogen die Amphibien dann jedoch zu Tausenden los, um vom Wald zu den Laichgewässern zu wechseln und haben die Sammlerinnen und Sammler richtiggehend gefordert.

Nach Ostern musste der Schutzzaum allerdings rasch wieder abgebaut werden, da sich direkt schon wieder größere Tiergruppen auf den Rückweg zum Wald machten.

Der BUND dankt allen Helferinnen und Helfern sowie der Unteren Naturschutzbehörde für die gute Zusammenarbeit.


Über 27.000 Amphibien gerettet

Die Sammelaktion 2020 am Röderhof wurde trotz Corona erfolgreich abgeschlossen

Molch beim Röderhof Molch beim Röderhof  (C. Keil)

Bei steigenden Temperaturen begannen Ende Februar Kröten, Frösche und Molche ihre Frühlingswanderung. Auch in diesem Jahr hat unsere Gruppe in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde des Landkreises den Tieren bei ihrer Wanderung an der 1,6 km langen amphibienreichen Sammelstrecke bei Egenstedt geholfen.

„Die Aktion war ein voller Erfolg“, so Koordinatorin Claudia Keil, “denn es konnten in diesem Jahr über 27.000 Tiere gerettet werden.“ Diese Erfolgszahl verbindet sie mit dem besonderen Dank an die freiwilligen Helferinnen und Helfer, die bis zum 01. April bei jedem Wetter und zuletzt auch unter strikter Einhaltung der Corona-Kontaktverbote die Tiere im Sammeleimer zu ihrem Laichgewässer getragen haben.

Die mit Abstand stärkste Gruppe stellen die Erdkröten mit rund 24.000 Tieren dar, aber auch über 2.000 Molchen konnte der gefährliche Weg über die Straße abgenommen werden. „Besonders freut uns“, so Claudia Keil weiter, „dass unter den Molchen auch über 250 Kammmolche vertreten waren. Diese selten gewordene Molchart kann am Röderhof seit Jahren in dieser Größenordnung erhalten werden.“

BUND-Kreisgruppenvorstand Matthias Köhler ergänzt: „Nicht selten helfen auch Spaziergänger spontan den Tieren über die Straße. Dieses Engagement freut uns natürlich sehr, aber liefert keine dokumentierbaren Zahlen. Schätzungen zufolge liegt die Dunkelziffer bei 15-20%.“  Deshalb bitten wir alle „anonymen“ Helferinnen und Helfer, die von ihnen am Röderhof geretteten Tiere zu melden. Da auch das BUND Kreisgruppenbüro coronabedingt derzeit nur eingeschränkt besetzt ist, werden die Meldungen gerne unter Info(at)BUND-Hildesheim.de entgegengenommen.

Unter dieser Adresse werden gerne auch schon heute interessierte Helferinnen und Helfer für das kommende Jahr vorgemerkt. Diese bekommen dann automatisch eine Einladung zu einem Informationsabend Anfang 2021.


Amphibienwanderung

Morgens beim Röderhof Morgens beim Röderhof  (B. Schleussner)

Nachdem am 7. März nur 32 Tiere (28 Kröten und 4 Teichmolche) in den Eimern gelandet waren, weil der große "run" der Amphibien ist bis zu dem Zeitpunkt ausgeblieben war und sich auch in der Woche davor wegen der Kälte nicht viel getan hatte, konnten dann am 11. März über 2.000 Tiere  aus den Eimern und zum Teil auch von der Straße aufgesammelt werden.

Am 21. März bei kalten Temperaturen (3 Grad) wurden noch immerhin 200 Kröten und 9 Molche in den Eimern gefunden.


Die Kröten sind los!

Kröte Kröte  (U. Schmidt)

Am Freitag, dem 21. 2.2020 wurde der Schutzzaun am Röderhof aufgebaut.
BUND-seitig werden wir den Dienstagabend und den Samstagmorgen um 8 Uhr sicherstellen.

Samstags treffen wir uns um 8:00 Uhr an dem kleinen "Transformatorhäuschen", das nach dem Restaurant Sonnenberg direkt an der Straße in der starken Rechtskurve liegt.

Und für die Dienstagabende gilt:
Treffpunkt am kommenden Dienstag, 25.02., um 17.45 Uhr auf dem Parkplatz am Hohnsen (Cafe Noah). Wenn jemand selbst fährt, treffen wir uns vor Ort am kleinen Transformatorhäuschen.

Zur Sicherheit noch einmal die Sachen, die mitzubringen sind:

Taschen- oder Stirnlampe,
Eimer,
Warnweste,
ggfs. Handschuhe,
wetterfeste Kleidung / Schuhe,
Zettel und Stift,
wenn vorhanden eine Beschreibung der Arten (Molche, Kröten).

Die Dauer richtet sich nach dem Aufkommen (die Tiere wandern ab 5 Grad C) und dem Schichtwechsel in Röderhof. Vermutliches Ende ist jeweils zwischen 20.00 und 21.00 Uhr.


Amphibienrettung am Röderhof/Egenstedt

Amphibienwanderung Röderhof Arbeitseinsatz bei der Amphibienwanderung beim Röderhof  (M. Stephan)

Die Kreisgruppe Hildesheim des BUND beteiligt sich jedes Frühjahr bei der Amphibienrettung am Röderhof/Egenstedt und koordiniert seit 2019 die Helfer*innen in Absprache mit der unteren Naturschutzbehörde des LK Hildesheim.

Schon seit den 80er Jahren haben Tierschützer um Karl Merker vom Ornithologischen Verein Hildesheim in Eigeninitiative die Erdkröten, Frösche und Molche an der Straße zum Röderhof vor dem Überfahren gerettet. Diese Stichstraße, die nur zu der Heimstatt Röderhof und zu einem landwirtschaftlichen Betrieb führt, liegt zwischen einem Waldgebiet und zwei Teichen. Und das macht genau das Problem aus: ein für die Tiere ideales Gebiet wird von einer Straße durchschnitten, die insbesondere in den Abendstunden – zur Hauptwanderzeit der Amphibien - zum Schichtwechsel von den Beschäftigten der Heimstatt genutzt werden muss, da es keine alternativen Zufahrtswege gibt.

Was dort 1982 mit selbstfinanzierten und in Eigenarbeit aufgestellten Schutzzäunen auf über 1,8 km seinen Anfang nahm, wird heute von der Unteren Naturschutzbehörde organisiert und finanziert; der Zaun wird inzwischen von einem Unternehmen schnell und professionell aufgestellt. Dank des heutigen Zaunes fällt der Großteil der wandernden Amphibien in die eingegrabenen Eimer, die die Helfer täglich morgens und abends aus dem Eimern zu den Teichen bringen.

Im Laufe der Jahre veränderte sich die Gruppe der Unterstützer immer wieder durch neue Interessierte, die dazu stießen. So sind es auch immer wieder Schulklassen, die im Rahmen ihres Biologieunterrichts praktische Einheiten anbieten oder auch der am Röderhof ansässige landwirtschaftliche Betrieb der Familie Rita und Heinrich Marheineke, die die ganze Aktion tatkräftig seit vielen Jahren unterstützen. Von der ersten Stunde bis heute aktiv ist das Ehepaar Wolf aus Neuhof. Sie haben über die Jahre auch eine differenzierte Statistik über die geretteten Tiere geführt.

Das inzwischen geschützte FFH-Gebiet am Röderhof birgt eine Großzahl von Amphibien wie Erdkröten, Frösche und verschiedene Molcharten wie der Bergmolch, Teich- und Fadenmolch. Aber auch der heute eher selten gewordene Kammmolch. Seinen Fortbestand gilt es durch den Zaun besonders zu schützen, denn die nachträglich unter der Straße installierten „Krötentunnel“ sind von den Tieren nie wirklich angenommen worden.

In den vergangen neun Jahren sind jährlich durchschnittlich rund 19.700 Amphibien an der Sammelstrecke zum Röderhof gerettet worden. Den Großteil machen dabei die Erdkröten mit durchschnittlich jährlich 16.000 Tieren aus. Die gezählten Molche kommen im Durchschnitt pro Laichsaison auf 3.000 Tiere, der Kammmolch ist mit durchschnittlich jährlich 190 Tieren am Röderhof vertreten. Dieser besonders gefährdete Molch hat –soweit dokumentiert – seinen Bestand über die letzten Jahre zwar ausbauen können; 2019 gab es jedoch einen leichten Einbruch.

Die Zahlen schwanken von Jahr zu Jahr. Trotz bester Vorbereitung und schnellem Handeln steht der Zaun nicht immer punktgenau an der Straße, wenn die ersten Molche aus dem Wald zu den Teichen wandern. Nicht selten helfen auch Spaziergänger spontan den Tieren über die Straße; diese Zahlen bleiben für die Dokumentation außen vor. Schätzungen des Ehepaares Wolf zufolge liegt die Dunkelziffer bei 15-20%.