Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

Kreisgruppe Hildesheim

Amphibien retten

Amphibienrettung am Röderhof/Egenstedt

Amphibienwanderung Röderhof Arbeitseinsatz bei der Amphibienwanderung beim Röderhof  (M. Stephan)

Die Kreisgruppe Hildesheim des BUND beteiligt sich jedes Frühjahr bei der Amphibienrettung am Röderhof/Egenstedt und koordiniert seit 2019 die Helfer*innen in Absprache mit der unteren Naturschutzbehörde des LK Hildesheim.

Schon seit den 80er Jahren haben Tierschützer um Karl Merker vom Ornithologischen Verein Hildesheim in Eigeninitiative die Erdkröten, Frösche und Molche an der Straße zum Röderhof vor dem Überfahren gerettet. Diese Stichstraße, die nur zu der Heimstatt Röderhof und zu einem landwirtschaftlichen Betrieb führt, liegt zwischen einem Waldgebiet und zwei Teichen. Und das macht genau das Problem aus: ein für die Tiere ideales Gebiet wird von einer Straße durchschnitten, die insbesondere in den Abendstunden – zur Hauptwanderzeit der Amphibien - zum Schichtwechsel von den Beschäftigten der Heimstatt genutzt werden muss, da es keine alternativen Zufahrtswege gibt.

Was dort 1982 mit selbstfinanzierten und in Eigenarbeit aufgestellten Schutzzäunen auf über 1,8 km seinen Anfang nahm, wird heute von der Unteren Naturschutzbehörde organisiert und finanziert; der Zaun wird inzwischen von einem Unternehmen schnell und professionell aufgestellt. Dank des heutigen Zaunes fällt der Großteil der wandernden Amphibien in die eingegrabenen Eimer, die die Helfer täglich morgens und abends aus dem Eimern zu den Teichen bringen.

Im Laufe der Jahre veränderte sich die Gruppe der Unterstützer immer wieder durch neue Interessierte, die dazu stießen. So sind es auch immer wieder Schulklassen, die im Rahmen ihres Biologieunterrichts praktische Einheiten anbieten oder auch der am Röderhof ansässige landwirtschaftliche Betrieb der Familie Rita und Heinrich Marheineke, die die ganze Aktion tatkräftig seit vielen Jahren unterstützen. Von der ersten Stunde bis heute aktiv ist das Ehepaar Wolf aus Neuhof. Sie haben über die Jahre auch eine differenzierte Statistik über die geretteten Tiere geführt.

Das inzwischen geschützte FFH-Gebiet am Röderhof birgt eine Großzahl von Amphibien wie Erdkröten, Frösche und verschiedene Molcharten wie der Bergmolch, Teich- und Fadenmolch. Aber auch der heute eher selten gewordene Kammmolch. Seinen Fortbestand gilt es durch den Zaun besonders zu schützen, denn die nachträglich unter der Straße installierten „Krötentunnel“ sind von den Tieren nie wirklich angenommen worden.

In den vergangen neun Jahren sind jährlich durchschnittlich rund 19.700 Amphibien an der Sammelstrecke zum Röderhof gerettet worden. Den Großteil machen dabei die Erdkröten mit durchschnittlich jährlich 16.000 Tieren aus. Die gezählten Molche kommen im Durchschnitt pro Laichsaison auf 3.000 Tiere, der Kammmolch ist mit durchschnittlich jährlich 190 Tieren am Röderhof vertreten. Dieser besonders gefährdete Molch hat –soweit dokumentiert – seinen Bestand über die letzten Jahre zwar ausbauen können; 2019 gab es jedoch einen leichten Einbruch.

Die Zahlen schwanken von Jahr zu Jahr. Trotz bester Vorbereitung und schnellem Handeln steht der Zaun nicht immer punktgenau an der Straße, wenn die ersten Molche aus dem Wald zu den Teichen wandern. Nicht selten helfen auch Spaziergänger spontan den Tieren über die Straße; diese Zahlen bleiben für die Dokumentation außen vor. Schätzungen des Ehepaares Wolf zufolge liegt die Dunkelziffer bei 15-20%.

 

Für das nächste Frühjahr 2020 sind alte und neue Helfer*innen herzlich willkommen. Vor Beginn der durchschnittlich 40-Tage-andauernden Sammelsaison wird der BUND wieder ein Vorbereitungs- und Informationstreffen aller Röderhof-Sammler veranstalten. Der genaue Termin –voraussichtlich im Februar - wird noch bekannt gegeben.

BUND-Bestellkorb