Kreisgruppe Hildesheim

Regional- und Stadtplanung

Der BUND ist ein nach Bundesnaturschutzgesetz anerkannter Verband. Deshalb werden wir zu Planungen, bei denen die Belange von Natur und Umwelt berührt sind, gehört werden und können wir Stellungnahmen dazu abgeben. In Zusammenarbeit mit allen Beteiligten untersuchen wir, inwieweit Eingriffe in die Natur z.B. durch Straßenbau oder Bodenabbau ganz vermieden, oder ihre Folgen abgemildert werden können.

Mitwirkung der BUND Kreisgruppe am ISEK Prozess der Stadt Hildesheim

15.9.2022

Die Stadt Hildesheim arbeitet seit Oktober 2021 an einem Integrierten Städtischen EntwicklungsKonzept (ISEK) unter dem Motto "Meine Innenstadt". Am 15.09.22 fand eine Zukunftswerkstatt mit Beteilung zahlreicher Hildesheimer Bürger statt. Es bestand im Vorfeld für jeden Bürger die Möglichkeit, sich für diesen Workshop anzumelden und die bereits bestehenden Projekte zu sichten, zu bewerten und eigene Projektideen beizutragen. Von unserer Kreisgruppe waren zwei Vertreter beteiligt.

Während der zweistündigen Veranstaltung konnten insgesamt vier Gruppen zu je ca. 6 Personen die vorgeschlagenen Projekte diskutieren und dann in eine Reihenfolge gemäß ihrer Wichtigkeit bringen. Dabei ist zu unterscheiden zwischen konkreten Projekten [KP] (z.B. Aufwertung Andreasplatz) und übergeordneten Themen [ÜT] (z.B. Öffentlichkeitsarbeit). Für uns als BUND Aktive waren folgende Themen von speziellem Interesse, wobei die hier vorgestellte Liste keine Prioritäten vorgibt:

  • Dachgestaltung am Beispiel der Arnekengalerie [KP]
  • Massnahmen für mehr Wasser in der Innenstadt [KP]
  • Mehr Grün und Wasser (ÜT)
  • Klimaquartier "Bahnhof West" [KP]
  • Umgestaltung und Aufwertung der "Spangen" [KP]
  • Aufwertung Park "Marienfriedhof" [KP]
  • Umgestaltung "Achse Osterstr./Scheelenstraße" [KP]
  • Pflanz- und Begrünungselemente  [KP]
  • Nachverdichtung [ÜT]
  • Klimafreundliches Mobilitätskonzept Innenstadt [ÜT]
  • Klimaanpassungskonzept Innenstadt [ÜT]
  • Integriertes Management "Stadtumbau und Klimaanpassung" [ÜT]

In unseren Arbeitsgruppen war es gar nicht so schwer, die uns wichtigen Themen Klimaschutz, Klimaanpassung, Stadtgrün aber auch Belebung und Teilhabe weiter nach oben zu schieben. Man erkennt unschwer die Fülle an Punkten, die Berührungspunkte mit unserer Arbeit bieten und wir würden uns sehr über interessierte BUNDler freuen, die an oben genannten Punkten mitarbeiten möchten!

Die Planungsgruppe und auch die anwesenden städtischen Planer mit der Stadtbaurätin an der Spitze versicherten, dass die im Workshop erarbeitete Priorisierung bei den weiteren Arbeiten berücksichtigt werden. Letztendlich wird der Stadtrat dann die wichtigsten Projekte zur Abstimmung und somit zur Ausführung bringen.

Unser Fazit
Insgesamt liegt Hildesheim mit den oben genannten Punkten zumindest was die Richtung betrifft auf einem guten Weg. Es ist unbestritten, dass ein nachhaltiges und klimafreundliches Mobilitätskonzept eine der zentralen Voraussetzung für eine lebenswerte Innenstadt darstellt. Des Weiteren müssen die Risiken des Klimawandels bereits bei der Planung und Ausführung städtischer Projekte berücksichtigt werden. und nicht zuletzt muss in der täglichen Arbeit der Nachhaltigkeitsgedanke und die Energieeffizizienz stärker im Fokus stehen als bisher. Genau diese Aspekte motivieren uns dazu, bei ISEK im Rahmen unserer Möglichkeiten mitzuwirken.

Links mit weiteren Informationen, u.a. einem Zeitplan und den Ergebnissen der Anfang des Jahres durchgeführten Umfrage, an der sich etwas mehr als 1000 Bürger beteiligten, sind unter folgendem Link zu finden.


Verkauf des Grundstücks am PvH – Update

Park am PvH Park am PvH  (M. Köhler (Bearbeitung M. Reich))

Im März diesen Jahres hatte der BUND Hildesheim ein Schreiben an die Mitglieder des Rats der Stadt Hildesheim verschickt, worin wir sie aufforderten, dem Verkauf des Grundstücks am PvH nicht zuzustimmen und eine weitere inhaltliche Debatte zu führen.

Dem zum Trotz hat der Rat dem Verkauf des Grundstückes grundsätzlich zugestimmt. Nun rückt der Zeitpunkt näher, wo Nägel mit Köpfen gemacht und der Verkauf und die Bebauung über den Bauträger Hanseatic unter Dach und Fach gebracht werden soll. Das alles ist für die Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 14.09.2022 um 17:30 im Rathaus geplant.

Der BUND Hildesheim möchte dies nicht einfach hinnehmen und kooperiert dazu mit der Initiative „Buche bleibt“ und Extinction Rebellion, die im Vorfeld am 03.09.2022 um 11:30 zu einer Kundgebung mit Swarming am PvH einladen.

Lasst uns gemeinsam dabei sein, die öffentliche Wahrnehmung auf den notwendigen Beitrag Hildesheims zur Bewältigung der allgemeinen Klimakrise zu lenken!

Als nächster wichtiger Termin steht am 14.09.2022 um 16:00 eine Kundgebung auf dem Marktplatz an, wo der Stadtentwicklungsausschuss über das weitere Vorgehen entscheiden soll.

Unser Ziel ist es zu erreichen, dass die Entscheidung auf einen späteren Zeitpunkt verlegt wird und diese nicht zu fällen, bevor ein schlüssiges und nachhaltiges Grünflächenkonzept für Hildesheim zumindest vorliegt.

Willst du deine Stimme abgeben für eine Petition zur Initiative „Buche bleibt“ und der Bewahrung der
Grünfläche am PvH? Auf "Open Petition" kannst du dies unter diesem Link tun.

P.S. Abends fliegen hier sogar Fledermäuse. Hier hört man den Ortungsruf der Fledermäuse auf Insektenjagd unter der Buche. Aufgenommen und wiedergegeben mit dem Bat-Detektor am Montagabend, 29.8.2022 von M. Köhler.


Verkauf des Grundstücks am PvH Berücksichtigung des Klima- und Bodenschutzes

Brief an die Mitglieder des Rats der Stadt Hildesheim

Park am PvH Park am PvH  (M. Köhler)

Der BUND Hildesheim hat ein Schreiben an die Mitglieder des Rats der Stadt Hildesheim aufgestellt, in welchem wir sie bitten, dem Verkauf des Grundstücks am PvH nicht zuzustimmen und eine weitere inhaltliche Debatte zu führen.

Ein kleiner Ausschnitt aus dem Brief:

".....Aktuell kann nur festgestellt werden, dass die geplante Bebauung am PvH zwar einen Beitrag
zum Erreichen einiger städtebaulicher Ziele leistet, aber dem innerstädtischen Klimaschutz, z.B.
zur Vermeidung von Wärmestau, der Luftreinhaltung und -verbesserung, dem Bodenschutz
durch Vermeidung von Neuversiegelung und dem Wasserrückhalt in der Fläche widerspricht.........


Bebauungspläne werden ökologisch

Stadt Hildesheim hat eine neue Leitlinie

Wenn in der Stadt Hildesheim neue Bebauungspläne beschlossen oder auch Baugebiete ausgewiesen werden, gibt es jetzt einen Ökostandard. Mit dem Beschluss der "Leitlinie für Bebauungsplanfestsetzungen für Ökologie, Umweltschutz und Klimaschutz" hat der Stadtentwicklungsausschuss eine Basis dafür gelegt, dass in diesen Fällen die Umweltaspekte nicht jeweils neu diskutiert werden müssen.

Vielmehr liegt jetzt ein Mindeststandard vor, der ohne besondere Begründung nicht unterschritten werden darf. Dieser beinhaltet insbesondere:

  • Begrünung von Flachdächern,
  • Obergrenzen für die Flächenversiegelung,
  • Wasserdurchlässigkeit befestigter Flächen,
  • klimagerechte Vorgaben für Gärten und Vorgärten (keine Steingärten und Vorgabe von insektenfreundlicher Bepflanzung),
  • Einfriedungen nicht durch Mauern oder Gabionen, sondern durch Gehölzhecken und Rankzäune,
  • Mindestvorgaben für öffentliches Grün,
  • Vorgaben zum Energieverbrauch und dem Einsatz erneuerbarer Energien,
  • Insektenfreundliche Beleuchtung und Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse.

Hiermit ist ein erster Schritt zur Stärkung der Belange von Natur und Umwelt bei Bebauungsplänen getan. Die BUND Kreisgruppe Hildesheim begrüßt dieses und freut sich, hierzu wichtige Impulse geliefert zu haben.

Am besten für die Umwelt ist es natürlich, wenn nicht neu gebaut, sondern modernisiert und energetisch saniert wird. Wohn- und Gewerbegebiete, die unvermeidbar neu ausgewiesen werden müssen, sollten "grün" sein. Das gilt nicht nur für die Außenflächen, Dach- und Fassadenbegrünung sondern auch für Mobilitäts-, Energieversorgungs- und Beleuchtungskonzepte. Hier ist sicher noch mehr machbar als in den neuen Leitlinien vorgegeben wird, aber die Richtung, die die Stadt sich selbst vorgibt, stimmt. Planer und Bauherren können sich darauf einstellen.