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Kreisgruppe Hildesheim
Innerste Innerste  (M. Köhler)

Wasser ist die Quelle allen Lebens. Doch behandeln wir es dementsprechend?

Die Wahrheit ist: Rund 92 Prozent der Seen und Flüsse Deutschlands sind in einem beklagenswerten Zustand. Dies ist keineswegs eine Behauptung nörgelnder Umweltschützer sondern das Ergebnis der offiziellen Bewertung im Rahmen der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Ursachen dafür gibt es viele, unter anderem zu viel Dünger und Pestizide aus der Landwirtschaft, Begradigung und Vertiefung oder Schadstoffe aus dem Bergbau.

Gewässergüte der Innerste zwischen Bischofsmühle und Mündung Gewässergüte der Innerste zwischen Bischofsmühle und Mündung  (Wasserkörperdatenblatt Innerste GWK 20001 2016)

Wie sieht es im Landkreis Hildesheim aus?

Leider ist der ökologische Zustand der Flüsse in unserem Landkreis wie Leine, Innerste oder Lamme ebenfalls nicht gut sondern unbefriedigend, bestenfalls mäßig. Die Fischfauna ist artenarm und die Gewässerstruktur muss verbessert werden. Messungen unserer Kreisgruppe zeigen beispielsweise eine kritische Nitratbelastung. Die früher erhebliche Belastung von Lamme und Beuster durch Salz gehört nach Einstellung des Kalibergbaus in Bad Salzdetfurth und Diekholzen der Vergangenheit an. Durch die Wiederinbetriebnahme des Bergwerks in Giesen wird sich die Salzbelastung der Innerste jedoch zunächst wieder erhöhen. Aktuell sollen zum Hochwasserschutz Millionen Euro in den Bau von Rückhaltebecken und Polder investiert werden. Stattdessen sollte den Flüssen der Raum in der Aue zurückgegeben werden.

Auch das Grundwasser ist bedroht

Grundwasser ist die wichtigste Trinkwasserressource Deutschlands. Es galt bislang im Vergleich zu oberirdischen Gewässern als gut geschützt. Doch das Reinigungs- und Rückhaltevermögen der überlagernden Bodenschichten wurde überschätzt. Der gute Zustand unseres Grundwassers ist vielerorts gefährdet. 35% aller Grundwasserkörper Deutschlands sind bereits in einem schlechten chemischen Zustand. Wieder sind es vor allem die Einträge von Stickstoff und Pestiziden aus der Landwirtschaft, die es belasten.

In unserer Region ist diese Belastung noch nicht im Grundwasser angekommen, aber zu viel Salz hat dazu geführt, dass der chemische Zustand z.B. des Grundwasserkörpers, in dessen Bereich das Kalibergwerk Siegfried Giesen liegt, schlecht ist. Umso wichtiger ist der Schutz vor weiteren Belastungen. Denn eine Sanierung des Grundwassers ist, wenn überhaupt, nur mit großem finanziellem und technischem Aufwand möglich. Die konsequente Anwendung des Vorsorgeprinzips ist deshalb von ganz besonderer Bedeutung.

Wegen des alarmierenden Zustands unserer Gewässer haben wir die Kampagne

Das Wasser braucht uns“

gestartet. Deren Ziel sind artenreiche Wasserwelten und saubere Grundwasserressourcen.

Eisvogel Eisvogel  (U. Schmidt)

Wir wollen

  • Naturnahe, strukturreiche Flüsse statt ausgebauter „Kanäle“.

  • Rückgabe renaturierter Auen als natürliche Überflutungsflächen statt Hochwasserschutz mit Deichen und Poldern

  • Wirksame Begrenzung des Eintrags von Nitrat, Phosphat, Pestiziden, Salz, Mikroplastik und von weiteren Stoffen, die nicht ins Wasser gehören.

Bei uns vor Ort geht es vor allem um:

  • Die Umsetzung der bereits vorliegenden Gewässerentwicklungspläne für Leine, Innerste und Nette.

  • Die Einbindung des Naturschutzes in die laufenden Planungen für Rückhaltemaßnahmen, damit Hochwasserschutz und Gewässerentwicklung sinnvoll kombiniert werden.

  • Den Schutz des Grundwassers und der Innerste vor weiterer Salzbelastung durch die Althalde und die Wiederaufnahme der Produktion in Giesen

Diese Ziele werden wir nicht allein erreichen können. Deshalb suchen wir die Kooperation mit Allen denen der Schutz des Lebens im und am Wasser sowie unserer wichtigsten Ressource ebenfalls am Herzen liegt.

Aktuell müssen wir uns darauf konzentrieren, die weitere Salzbelastung in Giesen zu verhindern. Die Wiederinbetriebnahme des dortigen Kalibergwerks bietet die große Chance, die Altlasten aus der früheren Produktion „abzuräumen“ und dafür zu sorgen, dass keine neuen entstehen. Leider hat der Planfestellungsbeschluss diese Gelegenheit nicht genutzt. Der BUND Landesverband Niedersachsen hat daher Klage dagegen erhoben. Mehr dazu hier


 

Kampagne für mehr Wasserschutz

Das Wasser braucht uns!

Weitere Info zur Kampagne gibt es hier.

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