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Kreisgruppe Hildesheim
Begradigte Innerste mit Strukturgüteklasse 6 "sehr stark verändert" unterhalb der K509 bei Giesen Begradigte Innerste mit Strukturgüteklasse 6 "sehr stark verändert" unterhalb der K509 bei Giesen  (Ingenieurgemeinschaft agwa Hannover)

Wasser ist die Quelle allen Lebens. Doch behandeln wir es dementsprechend?

Die Wahrheit ist: Rund 92 Prozent der Seen und Flüsse Deutschlands sind in einem beklagenswerten Zustand. Dies ist keineswegs eine Behauptung nörgelnder Umweltschützer sondern das Ergebnis der offiziellen Bewertung im Rahmen der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Ursachen dafür gibt es viele, unter anderem zu viel Dünger und Pestizide aus der Landwirtschaft, Begradigung und Vertiefung oder Schadstoffe aus dem Bergbau.

Gewässergüte der Innerste zwischen Bischofsmühle und Mündung Gewässergüte der Innerste zwischen Bischofsmühle und Mündung  (Wasserkörperdatenblatt Innerste GWK 20001 2016)

Wie sieht es im Landkreis Hildesheim aus?

Leider ist der ökologische Zustand der Flüsse in unserem Landkreis wie Leine, Innerste oder Lamme ebenfalls nicht gut sondern unbefriedigend, bestenfalls mäßig. Die Fischfauna ist artenarm und die Gewässerstruktur muss verbessert werden. Messungen unserer Kreisgruppe zeigen beispielsweise eine kritische Nitratbelastung. Die früher erhebliche Belastung von Lamme und Beuster durch Salz gehört nach Einstellung des Kalibergbaus in Bad Salzdetfurth und Diekholzen der Vergangenheit an. Durch die Wiederinbetriebnahme des Bergwerks in Giesen wird sich die Salzbelastung der Innerste jedoch zunächst wieder erhöhen. Aktuell sollen zum Hochwasserschutz Millionen Euro in den Bau von Rückhaltebecken und Polder investiert werden. Stattdessen sollte den Flüssen der Raum in der Aue zurückgegeben werden.

Auch das Grundwasser ist bedroht

Grundwasser ist die wichtigste Trinkwasserressource Deutschlands. Es galt bislang im Vergleich zu oberirdischen Gewässern als gut geschützt. Doch das Reinigungs- und Rückhaltevermögen der überlagernden Bodenschichten wurde überschätzt. Der gute Zustand unseres Grundwassers ist vielerorts gefährdet. 35% aller Grundwasserkörper Deutschlands sind bereits in einem schlechten chemischen Zustand. Wieder sind es vor allem die Einträge von Stickstoff und Pestiziden aus der Landwirtschaft, die es belasten.

In unserer Region ist diese Belastung noch nicht im Grundwasser angekommen, aber zu viel Salz hat dazu geführt, dass der chemische Zustand z.B. des Grundwasserkörpers, in dessen Bereich das Kalibergwerk Siegfried Giesen liegt, schlecht ist. Umso wichtiger ist der Schutz vor weiteren Belastungen. Denn eine Sanierung des Grundwassers ist, wenn überhaupt, nur mit großem finanziellem und technischem Aufwand möglich. Die konsequente Anwendung des Vorsorgeprinzips ist deshalb von ganz besonderer Bedeutung.

Wegen des alarmierenden Zustands unserer Gewässer haben wir die Kampagne

Das Wasser braucht uns“

gestartet. Deren Ziel sind artenreiche Wasserwelten und saubere Grundwasserressourcen.

Eisvogel Eisvogel  (U. Schmidt)

Wir wollen

  • Naturnahe, strukturreiche Flüsse statt ausgebauter „Kanäle“.

  • Rückgabe renaturierter Auen als natürliche Überflutungsflächen statt Hochwasserschutz mit Deichen und Poldern

  • Wirksame Begrenzung des Eintrags von Nitrat, Phosphat, Pestiziden, Salz, Mikroplastik und von weiteren Stoffen, die nicht ins Wasser gehören.

Bei uns vor Ort geht es vor allem um:

  • Die Umsetzung der bereits vorliegenden Gewässerentwicklungspläne für Leine, Innerste und Nette.

  • Die Einbindung des Naturschutzes in die laufenden Planungen für Rückhaltemaßnahmen, damit Hochwasserschutz und Gewässerentwicklung sinnvoll kombiniert werden.

  • Den Schutz des Grundwassers und der Innerste vor weiterer Salzbelastung durch die Althalde und die Wiederaufnahme der Produktion in Giesen

Diese Ziele werden wir nicht allein erreichen können. Deshalb suchen wir die Kooperation mit Allen denen der Schutz des Lebens im und am Wasser sowie unserer wichtigsten Ressource ebenfalls am Herzen liegt.

Aktuell müssen wir uns darauf konzentrieren, die weitere Salzbelastung in Giesen zu verhindern. Die Wiederinbetriebnahme des dortigen Kalibergwerks bietet die große Chance, die Altlasten aus der früheren Produktion „abzuräumen“ und dafür zu sorgen, dass keine neuen entstehen. Leider hat der Planfestellungsbeschluss diese Gelegenheit nicht genutzt. Der BUND Landesverband Niedersachsen hat daher Klage dagegen erhoben. Mehr dazu hier

Das Wasser braucht uns!

Kaliberg Kaliberg  (M. Köhler)

Warum?

Unsere Seen und Flüsse sind in einem beklagenswerten Zustand. Ursachen sind u. a. zu viel Dünger und Pestizide aus der Landwirtschaft, Begradigung und Vertiefung oder Schadstoffe aus dem Bergbau. Auch das Grundwasser ist gefährdet.

 

Aktuell geht es vor allem um die Folgen der Wiederinbetriebnahme des seit 1987 ruhenden Kalibergwerks Siegfried Giesen der K+S AG, denn dadurch entstehen neue, vermeidbare Umweltbelastungen, während vorhandene bestehen bleiben sollen.

 

Der Planfeststellungsbeschluss ist bereits ergangen. Die Wiederinbetriebnahme bietet die einmalige Gelegenheit, die problematischen Hinterlassenschaften des bisherigen Bergbaus zu beseitigen. Dies wurde jedoch bewusst vermieden.

 

Die Giesener Althalde besteht aus Salz, das vom Regen aufgelöst wird. Dabei entsteht konzentrierte Salzlauge, die teils aufgefangen und in die Innerste eingeleitet wird, teils aber auch im Boden versickert. Dies muss zum Schutz des bereits stark versalzenen Grundwassers so schnell wie möglich beendet werden.

 

Das sieht der Planfeststellungsbeschluss jedoch nicht vor, vielmehr soll sich am Zustand der Althalde in den nächsten 50 Jahren nichts ändern. Erst wenn der jetzt beantragte Betrieb wieder beendet ist, soll sie abgedeckt werden. Bis dahin entsteht eine zweite, dreimal größere Halde, die allerdings, anders als die Althalde, eine Basisabdichtung erhält und sukzessive abgedeckt wird. Nach Ende des Abbaus verbleiben somit zwei Halden, die, trotz Abdeckung, vom Regen aufgelöst werden und Innerste wie Grundwasser belasten.

 

Es ist möglich, die Halden fast vollständig wieder in den Salzstock zurückzubringen, Restvolumina lassen sich als Industrie-, Tau-, oder Speisesalz verwerten oder bei der Flutung des Bergwerkes einspülen.

 

Diese Alternativlösungen wurden jedoch nicht ausreichend geprüft oder schnell als unwirtschaftlich verworfen. Schon eine Steigerung der Gestehungskosten um lediglich 2 % soll der K+S AG wirtschaftlich nicht zumutbar sein.

 

Wir wollen,

  • dass zum Schutz von Wasser und Grundwasser Alternativen erneut geprüft werden damit nach Beendigung des Bergbaus keine Halde als Ewigkeitslast verbleibt.

  • dass K+S und die Behörden zu ihrer Verantwortung für die Althalde stehen und die Grundwasserversalzung schnellstmöglich gestoppt wird.

  • dass die Belastung für die Bürger von Ahrbergen durch Emissionen aus dem Bergwerk sowie den Lärm der Werksbahn so gering wie möglich gehalten wird.

 

Dies können wir nur noch vor Gericht erreichen. Der BUND Landesverband Niedersachsen hat daher Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss erhoben. Die BUND Kreisgruppe Hildesheim und die Bürgerinitiative GiesenSchacht unterstützen dies gemeinsam inhaltlich und finanziell.

 

Dies Klageverfahren ist für uns eine große – auch finanzielle- Herausforderung. Deswegen brauchen wir Ihre Unterstützung in jedweder Form.

Spenden an: : BUND Landesverband Niedersachsen Kreisgruppe Hildesheim,

IBAN: DE86 2595 0130 0050 7221 89 bei der Sparkasse Hildesheim Goslar Peine

Verwendungszweck: Spende SALZ

 

Ausführliche Hintergrundinformationen zur Wiederinbetriebnahme gibt es hier.

Klage gegen Kalibergwerk Siegfried Giesen

Das Wasser braucht uns!

  • Durch die Wiederinbetriebnahme von Siegfried Giesen entstehen vermeidbare neue Umweltbelastungen, während die Belastungen durch die vorhandene Kalihalde im Verfahren ausgeblendet wurden.
  • Seit mehr als 100 Jahren belastet die ohne Basisabdichtung aufgeschüttete Althalde die Umwelt durch Salzlauge, die im Boden versickert und sowohl das Grundwasser verunreinigt als auch in die Innerste gelangt und so den Gewässerzustand verschlechtert. Gemäß der europäischen Wasserrahmenrichtlinie soll sich aber der Zustand von Grund und Oberflächengewässern verbessern und darf sich nicht verschlechtern.
  • Durch den Neustart des Bergwerks kommt es zu weiteren Belastungen von Mensch und Umwelt - u.a. weil eine zweite, noch größere Salzhalde aufgeschüttet werden soll.
  • Das zuständige Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat in seiner Genehmigung darauf verzichtet, auf der nachhaltigen Reduzierung der Umweltbelastungen zu bestehen. Die Genehmigung ist somit Ausdruck einer rückwärtsgewandten, unzeitgemäßen Industriepolitik.
  • Die umfassenden Diskussionen im Rahmen des Genehmigungsprozesse haben gezeigt, dass Kalibergbau auch in Giesen unter Vermeidung neuer und alter Halden und einer Reduzierung der Emissionen unter wirtschaftlich zumutbaren Bedingungen möglich ist.
  • Die Genehmigung wurde erteilt, weil der Landrat des Landkreises Hildesheim vom Umweltministerium angewiesen wurde, sein Einvernehmen zur wasserrechtlichen Erlaubnis zu erklären. Zentrale Fragen des Verfahrens konnten daher nicht mehr im Kreistag behandelt werden.
  • Wir können die Genehmigung in dieser Form nicht hinnehmen. Der BUND Landesverband Niedersachsen hat daher Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss erhoben. Die BUND Kreisgruppe Hildesheim und die Bürgerinitiative GiesenSchacht kooperieren zur Unterstützung der Klage.
  • Dieses Klageverfahren ist für uns eine große - auch finanzielle - Herausforderung. Deswegen brauchen wir Ihre Unterstützung in jedweder Form.

Spenden an: BUND Landesverband Niedersachsen Kreisgruppe Hildesheim,
IBAN: DE86 2595 0130 0050 7221 89 bei der Sparkasse Hildesheim Goslar Peine.
Verwendungszweck: Spende SALZ

Selbstverständlich können wir Ihnen eine Spendenquittung bzw. Zuwendungsbestätigung ausstellen, geben Sie beim Verwendungszweck bitte Ihre Adresse mit an. Bitte beachten Sie, dass bei Spendenbeträgen unter 200,- € dem Finanzamt der einfache Bareinzahlungsbeleg oder ein Kontoauszug ausreicht.

Wir freuen uns über jede Unterstützung.

Hintergrund

Der Düngemittelhersteller K+S ist der größte Salzproduzent der Welt und leitet jedes Jahr bis zu 7 Millionen Kubikmeter Salzlauge in den Untergrund. In Giesen bei Hildesheim möchte der Konzern ein stillgelegtes Bergwerk reaktivieren: Die vorhandenen untertägigen Anlagen und Schächte sollen wieder genutzt, ein neues Werk soll gebaut, eine zweite, noch größere Halde aufgeschüttet und abgedeckt werden.

Die Althalde ist nicht Bestandteil des Genehmigungsverfahrens. Damit dürfte K+S funktionstüchtige Schächte weiter nutzen und ausbauen, alte Rechte weiter in Anspruch nehmen, sich aber der Verantwortung für die Althalde und deren Umweltbelastungen weitgehend entziehen. Erst wenn auch das neue Werk wieder geschlossen ist, soll sie abgedeckt werden - erst in 50-60 Jahren. Der BUND fordert daher seit langem, auch die Althalde in das Planfeststellungsverfahren einzubeziehen.

Inhalt

Kampagne für mehr Wasserschutz

Das Wasser braucht uns!

Weitere Info zur Kampagne gibt es hier.

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