Die Arbeitsgruppe "Igelschutz Hildesheim" sucht für einen Teil der Pflegeigel geeignete neue Lebensräume.

28.3.2026

Man sieht einen Igel, der aus einem Futternapf für ihn bereit gestellte Nahrung frisst. Hungriger Igel  (G. Mayen)

Nicht alle Igel können an ihrem Fundort wieder ausgesetzt werden – insbesondere nicht an stark befahrenen Straßen oder wenn am Fundort aktuell Bauarbeiten stattfinden. Und so gibt es einiges zu bedenken:

Auswilderung 

Es gibt natürlich einige Wünsche an Auswilderungsplätze. Für Arbeitsgruppe "Igelschutz Hildesheim" gilt grundsätzlich, dass sie die Igel mit ihrem Schlafhäuschen in ihren Lebensraum entlassen. Dazu werden der Igel mit dem Schlafhäuschen, Futter usw. an den neuen ihm zugedachten Lebensraum gebracht. Das Schlafhäuschen wird nach einigen Tagen wieder abgeholt, wenn der Igel sich eine eigene Bleibe eingerichtet hat (Schlafnest). Zum Thema “Auswilderung” steht weitere Information auf der Homepage “Igelschutz Hildesheim” (www.igelhildesheim.de). Die wichtigsten Infos sind nachfolgend wiedergegeben:

  • Wenn das Tier über den Winter – also während der nahrungsarmen Zeit – versorgt wird, weil es das nötige Gewicht für den Winterschlaf nicht hat, oder nicht gesund ist, oder bei Igelsäuglingen keine Freilanderfahrung hat, ist der Igel spätestens im April/Mai wieder in die Natur zu entlassen. Die Nächte sollten allerdings frostfrei sein und möglichst über 8° C und die Tagestemperatur anhaltend über 14 ° C liegen.
  • Auch Igel, die im Frühjahr/Sommer krank, verletzt, unternährt gefunden und wieder gesund gepflegt wurden, können oft nicht wieder am Fundort ausgesetzt werden. Auch für diese Tiere sind geeignete Aussetzplätze notwendig. Der Aussetzzeitpunkt ist abhängig vom Gesundheitszustand des Tieres, kann also grundsätzlich in jedem Sommermonat bzw. im frühen Herbst sein.
  • Eine gute Voraussetzung für eine erfolgreiche Auswilderung ist es – nach den Erfahrungen der Arbeitsgruppe "Igelschutz Hildesheim"  – wenn ein Igel noch über einen längeren Zeitraum (mind. 14 Tage) in dem neuen Lebensraum (Garten o. ä.) betreut wird (zunächst möglichst in einem Auswilderungsgehege (wird gestellt)) und Futter und Wasser zur Verfügung steht. Im Übrigen gilt Wasser für alle Tiere ganzjährig zur Verfügung zu stellen.

Wie sieht ein geeigneter Igellebensraum aus:

Igel bevorzugen strukturreiche, mosaikartige Gebiete in Kulturlandschaften und Siedlungsbereichen. Wichtig sind ausreichend natürliche Nahrung, Wasser und Verstecke für Tag- und Nachtnester sowie Winternester und ausreichend Laub zum Auspolstern der Nester. Das heißt, Dörfer, Städte, Parkanlagen, die eine großzügige naturnah Ausstattung aufweisen, können als Igellebensräume genutzt werden. Stark befahrene Straßen sollten möglichst nicht in der Nähe sein, denn Igel sind sehr mobil und wandern auf Nahrungssuche durchaus einige Kilometer in der Nacht. Die Reviergröße ist abhängig von der Struktur des Gebietes und dem Nahrungsangebot und liegt zwischen 5 und 90 Hektar.

Igel sind Insektenfresser. Ihre wichtigsten Nahrungstiere sind Käfer und ihre Entwicklungsstadien, Raupen und Larven. Im Frühjahr und Herbst stehen auch Regenwürmer auf dem Speiseplan – allein schon deshalb, weil Käfer nur bedingt zur Verfügung stehen. Schnecken sind wegen des Schleims nicht beliebt und werden nur selten vertilgt.

Weiteres Vorgehen

Da die Arbeitsgruppe "Igelschutz Hildesheim" die Igel mit viel „Herzblut“ gepflegt haben, schauen sie bei den Aussetzplätzen ganz genau hin, ob sie „igeltauglich“ sind.

Jeder Interessent ist willkommen, der unserem bedrohten Wildtier eine neue Bleibe geben kann.

Bei Interesse bitte melden: kontakt(at)igelhildesheim.de

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